Aachen: Größere Busse und mehr Fahrten: Damit es sich nicht so knubbelt

Aachen : Größere Busse und mehr Fahrten: Damit es sich nicht so knubbelt

Wie bitte, zu viele Parkplätze in Aachen? Dass es momentan nicht so aussieht, weiß auch Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement bei der Stadtverwaltung. Übers Jahr gesehen gebe es jedoch gute Chancen, für sein Auto noch ein Plätzchen in der Stadt zu finden, meint er.

Die Park & Ride-Plätze am Stadtrand lassen Besucher aus dem Umland deshalb meist links liegen. Jetzt aber sollten sie das Angebot nutzen, empfiehlt nicht nur Uwe Müller. „Für den Einzelhandel ist Weihnachten die wichtigste Zeit“, erklärt Manfred Piana vom Märkte- und Aktionskreis City (MAC). Damit in den Läden die Kassen klingeln, muss die Kundschaft aber auch hinkommen können. „Die Erreichbarkeit ist ganz wichtig“, sagt Piana. Deshalb weise der MAC „im eigenen Interesse“ auf das Park & Ride-Angebot hin. Schließlich hat der Einzelhandel nichts von Besuchern, die in langen Schlangen vor überfüllten Parkhäusern viel Zeit verlieren und den geplanten Einkaufsbummel dann im Schweinsgalopp erledigen müssen.

Werben für Park & Ride: v. l. Herbert Sliwinski (Apag), Rainer Lewandowski (Aseag), Uwe Müller (Stadt), Michael Günter (Verkehrskadetten), Manfred Piana (MAC) und Wolfgang Sanders (Stadt). Foto: Harald Krömer

In Sachen Verkehr herrsche halt „starker Druck“ in der Vorweihnachtszeit, weiß Uwe Müller. Dem kann man ausweichen: Besucher können am Westfriedhof (Vaalser Straße), Waldfriedhof (Monschauer Straße), im Tivoli-Parkhaus (Krefelder Straße) und an der Ecke Jülicher Straße/Berliner Ring ihre Autos schon loswerden, bevor sie im Stau stehen. Mit dem Bus geht es dann weiter in die Innenstadt, das P&R-Ticket für bis zu fünf Personen kostet fünf Euro, am Tivoli sind darin auch die Parkhausgebühren enthalten. Die Aseag setzt samstags auch Shuttle-Busse ein, die vom Tivoli aus alle 15 Minuten den Elisenbrunnen ansteuern. Vom Westfriedhof aus fahren alle fünf bis zehn Minuten Linienbusse zum Elisenbrunnen.

„Lenkend eingreifen“

„Gerade an den Samstagen ist mit viel Verkehr zu rechnen“, sagt Wolfgang Sanders, Abteilungsleiter Straßenverkehr bei der Stadtverwaltung. Damit der nicht an sich selbst erstickt, will die Stadt bei Bedarf „verkehrslenkend eingreifen“, um vor allem Rettungswege und Busspuren freizuhalten. Die Reisebusse, mit denen etwa die Besucher des Weihnachtsmarktes anreisen, werden wieder zum Bendplatz dirigiert, das Abstellen der großen Fahrzeuge auf Busparkplätzen in der Innenstadt wird „zeitlich befristet“, erklärt Wolfgang Sanders.

Neben der Polizei werden auch die Verkehrskadetten Präsenz zeigen. „Die haben die Apag-App auf ihren Smartphones und können Autofahrer zu den Parkhäusern lotsen, in denen es noch freie Plätze gibt“, sagt ihr Chef Michael Günter. Dabei hat die Apag (Aachener Parkhaus GmbH) nicht nur die eigenen Häuser im Blick, sondern auch die Angebote anderer Betreiber. „Konkurrenz bringt da nichts“, sagt Apag-Geschäftsführer Herbert Sliwinski. Wichtiger sei es, alle Kunden zufriedenzustellen. Deshalb weise man auch auf freie Plätze bei den Mitbewerbern hin.

Nicht nur per App soll das geschehen, sondern auch durch den Einsatz von „Verkehrs-Guides“. Die werden an den Hauptzufahrtsstraßen postiert, um mit Stadtplänen die Autofahrer über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Verkehr und Parken zu informieren. „Und wenn im Auto die Kinder quengeln“, sagt Sliwinski, „haben die auch noch Schokoladen­nikoläuse dabei.“

Parkticket als Fahrkarte

Die Aseag wird auf den Andrang samstags mit zusätzlichen Fahrten und größeren Wagen reagieren. Auf einigen Linien würden die Solobusse durch Gelenkbusse ersetzt, erklärt Rainer Lewandowski, auch der Öcher Long Wajong soll ordentlich was wegschaffen.

Schließlich gibt es ja auch noch ein besonderes Angebot für die Kunden des Parkhauses und des Parkplatzes an der Lagerhausstraße: Sie können an den Samstagen sowie am verkaufsoffenen Sonntag am 8. Dezember kostenlos die Linienbusse in Richtung Elisenbrunnen und zurück nutzen, das Parkticket gilt als Fahrkarte für zwei Erwachsene und drei Kinder.

Und noch ein Samstag-Special: Die Fahrplanauskunft ist an diesen Tagen von 9 Uhr bis um 17.15 Uhr besetzt.

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