"Greta" zeigt „Die Nacht, in der alles“ in Aachen

Junges Grenzlandtheater : In drei verschiedenen Ebenen

Das junge Grenzlandtheater „Greta“ zeigt „Die Nacht, in der alles“ von Marisa Wendt für Jugendliche ab der achten Klasse. Premiere ist am Mittwoch, 14. November, im Rhein-Maas-Gymnasium.

Hannah kommt aus einem reichen Unternehmerhaushalt, Vater und Mutter haben aber eigentlich nie Zeit für die 15-Jährige. Schon gar nicht, um ihr zuzuhören. Miriams Mutter versucht die vielköpfige Familie irgendwie durchzubringen. Sie lernen sich in einer Theatergruppe im Jugendzentrum kennen – und sind sich doch sogleich unsympathisch. Die eine mehr Rapunzel, die andere mehr Aschenputtel, so scheint es. Das junge Grenzlandtheater „Greta“ zeigt „Die Nacht, in der alles“ von Marisa Wendt für Jugendliche ab der achten Klasse. Premiere ist am Mittwoch, 14. November, im Rhein-Maas-Gymnasium.

Miriam (Julia Graf) und Hannah (Vanessa Stoll) kommen scheinbar aus unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und doch berichten sie als beste Freundinnen von eben jener Nacht, in der sie dazu wurden. In der sie aus lauter Enttäuschung über ihre jeweiligen Eltern in einem Club landen, in dem Hannah an einen Typen gerät, „der der letzte ist, den sich Väter für ihre Töchter wünschen“, wie Regisseur Fabian Goedecke umschreibt.

Für das Stück im Stück schlüpfen Graf und Stoll rückblickend in verschiedene Rollen, geben dabei ihre eigentliche Identität als Hannah und Miriam aber nicht auf: Ein Jackett für Hannahs Vater, ein Schal für den Sozialarbeiter des Jugendzentrums, zwei Kisten aufeinander als Schreibtisch, Türen deuten Räume nur an (Bühne und Kostüme: Tom Grasshoff). „Es gibt drei verschiedene Ebenen: Die verschiedenen Figuren, damals und heute sowie ein Erzählton“, beschreibt Goedecke. Durch das Springen durch diese Ebenen würden die harten Stereotype, mit denen das Stück spielt, wieder eingefangen.

Zugleich entstünden durch die Klischees Typen, die eben doch jeder Jugendliche kenne. Das träfe für Mädchen genauso wie für Jungen zu. Deshalb sei „Eine Nacht, in der alles“ kein Stück ausschließlich oder in erster Linie für Mädchen, auch wenn die Schlüsselszene – Mädchen erleidet sexualisierte Gewalt – eine Erfahrung ist, die in der Mehrheit Mädchen und nicht Jungen machen müssten.

Die Autorin Marisa Wendt hat das Stück 2016 zusammen mit Jugendlichen erarbeitet. Anja Geurtz, Theaterpädagogin des Grenzlandtheaters, hat im Vorfeld der Premiere mit Schülerinnen und Schülern des 11. Jahrgangs des Rhein-Maas-Gymnasiums gearbeitet. „Ohne dass ich viel aus dem Stück vorgegeben habe, sind die Jugendlichen mit ihren Ideen, was in so einer Nacht passieren kann, sehr nah an die eigentliche Geschichte herangekommen“, bestätigte Geurtz die Realitätsnähe des Stücks.

Im Rhein-Maas-Gymnasium können noch Vorstellungen für Schulklassen gebucht werden: Freie Plätze gibt es noch am 15., 16., 20., 22. und 23. November jeweils um 11.45 Uhr. Ab dem 26. November gastiert GRETA im Kulturzentrum Frankental in Stolberg, anschließend im St.-Michael-Gymnasium in Monschau und im Energeticon in Alsdorf.

Schulvorstellungen sind ausschließlich online über das Bildungsbüro der Städteregion zu buchen. Informationen dazu gibt Anja Geurtz, Theaterpädagogin des Grenzlandtheaters, über greta@grenzlandtheater.de.

Lehrer und anderes pädagogisches Personal können das Stück am 13. November in einer öffentlichen Generalprobe um 18 Uhr im Rhein-Maas-Gymnasium sehen. Anmeldungen bei Anja Geurtz, greta@grenzlandtheater.de.

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