Aachen: Greta: Die beste Freundin macht das Leben zur Hölle

Aachen: Greta: Die beste Freundin macht das Leben zur Hölle

Freundschaft, Ausgrenzung und Mobbing - diese Themen werden in „Die Geschichte von Lena” aufgegriffen. Die neue Jugendtheater-Produktion von Greta - dem jungen Grenzlandtheater Aachen - macht deutlich, dass Mobbing ein Thema ist, das alle etwas angeht.

„Wir zeigen lebensnahes Theater mit einer packenden Geschichte, die wir zur Diskussion stellen wollen”, sagt Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters. Es sei wichtig, auf die Mobbing-Problematik unter Schülern hinzuweisen, ein Bewusstsein zu schaffen, was Mobbing bei den Opfern eigentlich anrichtet.

„Auf feinfühlige Weise geht das Stück von Michael Ramlose und Kira Elhauge der Frage nach, wie man plötzlich zum Außenseiter werden kann und welche Folgen es für Schüler hat, Vertrauen und Respekt seiner Mitmenschen zu verlieren”, erklärt Regisseur Timo Hübsch, dessen Inszenierung ohne großartige Kulissen und Requisiten auskommt.

Die gut 50-minütige Geschichte könnte so oder so ähnlich in jeder deutschen Stadt geschehen. Die großen Ferien stehen bevor. Lena ist ein ganz normales Mädchen: Sie ist neun Jahre alt, geht gern zur Schule, ist total in ihren Mitschüler Tobias verknallt, und ihre beste Freundin heißt Maria.

Schon zwei Mal sind Lena, ihre Eltern und Maria im Sommer nach Schweden gefahren. Doch diesmal soll Lenas 20-jähriger Bruder Klaus mit in den Urlaub fahren, und da das Ferienhaus sehr klein ist, muss Lenas Freundin zu Hause bleiben. Eigentlich kein Problem, doch das Ganze entwickelt sich zum Drama. Besonders faszinierend ist die Wandlungsfähigkeit der beiden Schauspieler Christine Karall und Alexander Baab, die zehn verschiedene Rollen verkörpern.

Lena schreibt Maria viele Briefe, detailreich schildert sie ihre Erlebnisse beim Angeln und auf dem Bauernhof. Doch Maria ist richtig sauer und beantwortet keinen einzigen Urlaubsgruß. Als Lena nach den Ferien voller Vorfreude in die Schule kommt und ihre Freundinnen begrüßen will, erlebt sie eine Überraschung.

Laut liest Maria Lenas Zeilen vor, worin sie beschreibt, wie sie in einen Kuhfladen getreten ist. Alle machen sich über Lenas Ferien auf dem Land lustig - Lena wird gemobbt, sie darf nicht mehr mitspielen und sogar zu ihrer Geburtstagsparty will niemand kommen. Das ist zu viel. Lena hält es nicht mehr aus und verschwindet plötzlich. Was mit ihr geschieht bleibt unklar - genauso wie Marias Motive.

„Das offene Ende bietet für die jungen Zuschauer Raum, sich über die Ursachen und Folgen von Mobbing Gedanken zu machen”, meint Theaterpädagogin Anja ­Geurtz. Das Thema sei brandaktuell und Prävention sei wichtig. Deshalb gibt es nach jeder Aufführung ein Gespräch mit den Schauspielern, in dem der Kreislauf des Mobbings besprochen wird. Begleitmaterial wird den Schulen zur Verfügung gestellt.

Bereits zum zweiten Mal spielt Greta im Geschwister-Scholl-Gymnasium. „Für uns ist es ein großer Gewinn, das Theater bei uns im Hause zu haben. Das Thema Mobbing und die Möglichkeit, unsere Schüler dafür zu sensibilisieren, nehmen wir sehr ernst”; sagt Schulleiter Klaus Becker.

Greta feiert mit seiner neuen Produktion „Die Geschichte von Lena” am heutigen Montag, 19. März, um 11 Uhr Premiere. Gastgeber für die Premiere und weitere Vorstellungen bis zum 30. März ist das Geschwister-Scholl-Gymnasium an der Stolberger Straße 200. Danach geht es weiter im Alsdorfer Energeticon, im Zinkhütter Hof in Stolberg und in der Tenne in Eicherscheid. Am 20. Juni gibt es einen Termin im Mutterhaus in der Elisengalerie.

Infos zur mobilen Buchung für Schulen unter Telefon 0241/4746117.

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