„Defunkt“ spielt im Alten Schlachthof Eupen: Grenzüberschreitendes Wiedersehen mit einem Mega-Star

„Defunkt“ spielt im Alten Schlachthof Eupen : Grenzüberschreitendes Wiedersehen mit einem Mega-Star

Konzert- und Festivalveranstalter Rick Opgenoorth bleibt idealistisch, aber nicht realitätsfremd. „In Aachen gibt es nicht so viele gute Locations für Bands, die etwas mehr Background brauchen“, findet der ehemalige Besitzer des Jakobshofs. Also hält er die Augen auf in Richtung Westen.

Fündig geworden ist er in Eupen auf belgischer Seite. „Im Alten Schlachthof gibt es verschieden große Räumen, gute Backstage-Bereiche, neue Technik und vor der Tür ist auch noch Platz für einen Nightliner.“ Mit dem kommt am Donnerstag, 6. Dezember, die New Yorker Band „Defunkt“ mit ihrem führenden Kopf Joe Bowie.

Der Posaunist, Sänger und Entertainer hat „Defunkt“ bereits 1978 gegründet und mit ihr den Jazz-Funk „quasi erfunden“, wie Opgenoorth erzählt. Um sich hat Bowie lauter Vollblutmusiker gescharrt. Dazu gehört Kim Clarke, eine der wenigen Bassistinnen im Geschäft – von Opgenoorth liebevoll „Königin des Funk“ genannt. Mit dabei auch Gitarrist Kelvyn Bell und Trompeter John Mulkerin. Drummer Garry Sullivan hat bereits mit Tina Turner und der „B52’s“ gespielt. Heute trommelt er oft für den Weltmusik-Superstar „Nneka“.

Bowie ist auch für die Aachener kein unbekannter. Bei Opgenoorths Kimiko-Festival war er bereits mit einer kleinen Big Band da. Jetzt will er im Alten Schlachthof hoffentlich auch vielen Aachenern einheizen, die sich für die sagenhafte Liveband nur ein paar Kilometer auf die andere Seite der Grenze bewegen müssen. Als weiteren Act konnte Opgenoorth „Final Virus“ verpflichten. Zur Band rund um Peter Sonntag muss man in Aachen wohl nicht mehr viel sagen.

Während Aachener Funk- und Rock-Fans den Nikolaustag sicher tanzend ausklingen lassen, hat die Orientierung ins belgische Eupen für Opgenoorth weitere Konsequenzen: Durch die besten Bedingungen im Alten Schlachthof und die aufgeschlossenen Mitglieder und Organisatoren im Trägerverein ist in diesem Jahr die „Isle of Culture“ entstanden. Ebenfalls mit im Boot ist „Muziekgieterij“ aus Maastricht, deren Macher in der Maas-Stadt in Sachen Musik gerade viel auf die Beine stellen. „Sie sind offen und modern. Sie sprechen Touristen und Bürger an. In der Zusammenarbeit erlebe ich, was man alles machen kann und von dem wir hier in Aachen im Moment sehr weit entfernt sind. Das spornt mich an, auch in Aachen weiterzukommen“, sagt Opgenoorth. „Aachen stirbt in Sachen modernes Musikgeschäft leider ziemlich vor sich hin. In Eupen, Maastricht und auch Vaals sieht man, welche Entwicklung in dieser Hinsicht aber möglich ist.“

Zurzeit sind von der Euregio Maas-Rhein drei von fünf Provinzen bei der „Isle of Culture“ involviert: Die Städteregion bis Düren, Holländisch-Limburg und Ostbelgien. „Belgisch-Limburg und den grenznahen Teil der Wallonie möchten wir auch noch dabei haben – dann können wir vier Millionen Menschen erreichen“, erläutert Opgenoorth eins der Ziele des grenzüberschreitenden Zusammenschlusses.

Ein erstes konkretes Projekt ist ein festivalartiger Clubabend, an dem zwölf Bands aus drei Ländern auf vier Bühnen auftreten. Drei Mal im Jahr soll es diesen Abend geben, wechselnd in Eupen, Maastricht und Aachen. Start ist am 25. Januar im Alten Schlachthof Eupen. Die Partytauglichkeit dieser Location können die Aachener bei „Defunkt“ und „Final Virus“ aber schon mal testen. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.

Weitere Infos zu Programm und Tickets gibt es unter www.alter-schlachthof.de.

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