Aachen: „Grenzsituation”: Erlebtes mit Kunst verarbeitet

Aachen: „Grenzsituation”: Erlebtes mit Kunst verarbeitet

Für die 17-jährige Sarah Gehlen wurde das Kunstprojekt der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Kooperation mit dem Ludwig-Forum zu einer Reise in ihr Innerstes. Sie sei sehr krank gewesen, erzählt sie und das Thema "Grenzsituation" habe sie inspiriert, sich künstlerisch mit ihren Emotionen auseinandersetzen.

Zwei Bilder stehen sich gegenüber: das eine grau und düster als Ausdruck ihrer Ängste und Sorgen, das andere hell und leicht als Versinnbildlichung ihrer Träume. Die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit wird deutlich sichtbar.

"Viele der Schüler haben das Thema "Grenzsituation" im menschlichen und psychischen Sinn verstanden", erklärt Ulrike Becker, die das dreitägige Projekt als Kunstlehrerin begleitet hat. Gemeinsam mit Bärbel Dahlmanns-Tholen, ehrenamtliche Mitarbeiterin der museumspädagogischen Abteilung des Ludwig-Forums, hat sie ihren Schülern Gelegenheit gegeben, sich intensiv mit dem Thema "Grenzsituation" zu beschäftigen.

Zunächst setzten sich die 21 Schüler und Schülerinnen mit den Videoinstallationen von Ergin Cavucoglu auseinander: Der hatte in einer Ausstellung im Ludwig-Forum Grenzsituationen auf verschiedenen filmischen und inhaltlichen Ebenen thematisiert. In einem nächsten Schritt machten sich die Schüler selber an die Arbeit und entwarfen eigene Bilder. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist derzeit in einem Nebengebäude des Ludwig-Forums zu sehen.

Die Grenze zwischen Sehnsucht und Liebe haben Natalie Dimmel und Nadia Navary in zwei Bildern dargestellt: Auf dem einen ein Mann, auf dem anderen eine Frau, die nicht zueinander finden können. Wieder ganz anders hat die 17- jährige Raphaela Onkels das Thema aufgegriffen.

In einer Serie von drei Bildern in einem ungewöhnlichen Format hat sie drei "unbewusste Grenzüberschreitungen" aufgezeigt. Hier geht es um greifbare Grenzen wie eine Mauer, ein Zaum oder eine Barriere, die jeweils unbeabsichtigt überschritten werden. Das Spektrum der malerisch illustrierten Aspekte ist weit.

"Es war interessant", meint Raphaela Onkels mit Blick auf das Kooperationsprojekt. Die Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Forum habe ihnen einen Einblick ermöglicht, den der herkömmliche Besucher sonst in dieser Weise nicht bekäme, meint sie.

Das Thema in einer eigenen Arbeit umzusetzen, sei nicht leicht gewesen. "Es war kompliziert, gute Ideen zu finden und sich schließlich für eine zu entscheiden", sagt sie. Gemeinsam mit ihren Mitschülern aus dem Leistungskurs der Heinrich-Heine-Gesamtschule zeigt sie nun, wie unterschiedlich Grenzsituationen sein können.