Aachen: Grenzlandtheater bringt „Biografie — ein Spiel“ auf die Bühne

Aachen: Grenzlandtheater bringt „Biografie — ein Spiel“ auf die Bühne

1968 wurde „Biografie — ein Spiel“ von Max Frisch (1911-1991) in Zürich uraufgeführt - mit Stars wie Ullrich Haupt, Ellen Schwiers und Peter Frankenfeld (!) als „Registrator“. Die inzwischen vergangenen 45 Jahre ändern nichts an der furiosen Spannung, die das Stück nach wie vor ausstrahlt. Das zeigt sich auch bei der aktuellen inszenierung im Grenzlandtheater

Denn es geht um ein faszinierendes Experiment, in dem der Verhaltensforscher Kürmann unter Anleitung des Spielleiters oder „Registrators“ den eigenen Lebenslauf entscheidend verändern kann. Fehler vermeiden, zu jemand anderem werden, vielleicht sogar den Traumpartner finden — alles scheint möglich.

Bittere Erfahrungen hat der Verhaltensforscher Kürmann mit seiner ebenso betörenden wie eigenwilligen Frau Antoinette gemacht. Doch die kapriziöse Frau hat ihn nur unglücklich gemacht. Mit Hilfe des Registrators stürzt er sich in ein ganz neues Leben. Er wird Kommunist und gewinnt ein völlig neues Umfeld. Doch immer wieder begegnet ihm Antoinette — und er verliebt sich erneut in sie. Selbst eine Scheidung hilft da nicht weiter. Vielleicht aber Mord..?

Die Handlung überschlägt sich in aberwitzigen Verwicklungen und Tragödien, in denen auch immer Komik und Ironie aufblitzen. Um Identität und Erprobung von Lebensläufen geht es Frisch oft („Mein Name sei Gantenbein“, „Stiller“). Und zu „Biografie“ meinte der Schweizer Autor selbst: „Ich habe das Stück als Komödie gemeint.“

So zeigt sich auch die furiose Probenszene im Theater: Es geht um die „Optimierung“ des eigenen Lebens, eine „Versuchsanordnung“, die die drei Schauspieler im fantastischen Bühnenbild von Manfred Schneider sichtbar machen.

Dunja Dogmani in acht Rollen

Theaterintendant Uwe Brand ist „sehr glücklich“ über Renate Fuhrmann, die bereits in der Rolle einer Demenzkranken im Grenzlandtheater das Publikum überzeugte. Fuhrmann inszeniert Frischs „Lebensspiel“ und ist sich sicher, dass dieses Stück „nur im Theater spielbar“ ist.

Frank Büssing, in guter Erinnerung aus „Mörderische Fantasien“ im Grenzlandtheater, spielt den verzweifelten Verhaltensforscher, Roman Kohnle, auch bekannt aus TV und Filmen, verkörpert den „Spielleiter“, der seinerseits auch ein Auge auf die verführerische Antoinette geworfen hat. Dunja Dogmani als Antoinette schlüpft außerdem in sieben weitere Rollen.

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