Aachen: Greenpeace: Aachener Gruppe feiert Geburtstag mit „Foodsharing“-Essen

Aachen : Greenpeace: Aachener Gruppe feiert Geburtstag mit „Foodsharing“-Essen

„Wir reden nicht lange um den heißen Brei herum, sondern machen Aktionen, die provozieren“, beschreibt sich die Greenpeace-Gruppe Aachen selbst auf einer ihrer vielen Plakate. Und das passt. Denn wer sonst würde eine Toilette in die Stadt schleppen, um auf den zu hohen Verbrauch von Toilettenpapier aus Frischfasern aufmerksam zu machen?

Wer sonst würde in Affenkostümen am Elisenbrunnen gegen die Waldzerstörung demonstrieren? Seit vielen Jahren setzt sich die Organisation für den Umweltschutz auf regionaler wie globaler Ebene ein. Nun konnte Greenpeace Aachen das 35-jährige Bestehen in der Nadelfabrik feiern.

Neben vielen aktiven Mitgliedern versammelten sich auch Ehemalige sowie weitere Interessierte, um gemeinsam Gemüse zu schnippeln und zu essen. „Aus alt mach neu“ lautete das Motto, oder vielmehr: „Aus Müll mach leckeres Essen“. Denn die Lebensmittel, zum Beispiel Pumpernickel, Champignons und reichlich Gemüse, wurden durch „foodsharing“ gerettet.

So landeten Produkte, die eigentlich in die Tonne geschmissen würden, doch noch auf dem Teller. „Natürlich ist das aber nur ein Bruchteil von dem, was weltweit weggeworfen wird“, erklärt Greenpeace-Pressesprecherin Johanna Siekmann.

Wenn so viele Aachener Umweltschützer zusammensitzen, reden sie über das, was ihnen auf der Seele liegt: In der Landwirtschaft gebe es gefährliche Chemieprodukte, der Wald werde immer weiter abgeholzt, und das Meer sei mittlerweile längst ein Plastikfriedhof. Jedes Jahr gelangten mehr als 500.000 Lkw-Ladungen ins Meer, berichtet Greenpeace auf einer der vielen aufgestellten Infotafeln. Was können Umweltschützer dagegen tun? Durch Bechertürme auf das Problem aufmerksam machen ist das eine, selbst anpacken das andere. So sammelten erst kürzlich viele Mitglieder Müll im Wurmtal.

In 35 Jahren hat sich Greenpeace Aachen stark verändert. „Früher war es eine Studententruppe, jetzt ist die Gruppe viel mehr gemischt“, erläutert Siekmann. Dennoch ist eine Forderung nach all der Zeit immer noch präsent: „Der Autoverkehr soll raus aus der Innenstadt“, betont das langjährige Mitglied Martine Hardy.

Aktuell will Greenpeace Aachen Dieselfahrzeuge aus der Innenstadt verbannen. Traditionell setzen die Umweltschützer dabei auf ungewöhnliche Mittel: Sie sammeln nämlich sogenannte „Hustnachrichten“, die zusammengefügt ein ganzes „Hustkonzert“ ergeben sollen. Wer sich daran beteiligen möchte, findet nähere Informationen unter www.greenpeace-aachen.de.

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