Aachen: Grauenhofer Weg: Ausbaupläne verärgern die Radfahrer

Aachen : Grauenhofer Weg: Ausbaupläne verärgern die Radfahrer

Ein Teilstück des arg ramponierten Grauenhofer Wegs soll nach längeren Vorberatungen im kommenden Jahr endlich saniert und ausgebaut werden. 1,6 Millionen Euro hat die Stadt für den Abschnitt zwischen der Arlingtonstraße und der Autobahn veranschlagt. Der Baubeschluss soll am kommenden Donnerstag im Mobilitätsausschuss gefasst werden.

Zumindest aus Sicht des Radfahrervereins ADFC lassen die Planungen allerdings sehr zu wünschen übrig. Denn entgegen den gängigen Erkenntnissen, wonach Radfahrer am sichersten auf eigens gekennzeichneten Spuren auf der Fahrbahn fahren, sollen sie sich am Grauenhofer Weg künftig den Platz auf einem kombinierten Gehweg mit Fußgängern teilen. Der ADFC kritisiert dies als eine unkomfortable und gefährliche Lösung. Unter anderem sei dort auch das Gefälle viel zu stark, daher sei ein kombinierter Geh-/Radweg am Grauenhofer Weg gemäß den „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ gar nicht zulässig, ist der ADFC überzeugt.

Denn eigentlich dürften Radfahrer auf einem Gehweg nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Bei starkem Gefälle sei dies kaum einzuhalten. Gefährlich sei die von der Verwaltung vorgelegte Planung somit für Fußgänger, gefährlich sei sie aber auch für Radfahrer, da sie in dichter Folge Hauseingänge und Grundstückszufahrten passieren müssen und am Ende der Ausbaustrecke auch eine sichere Überleitung auf die Fahrbahn fehle.

Der ADFC betrachtet den Grauenhofer Weg als wichtige Ausweichroute für Radfahrer, die etwa die stark befahrene Trierer Straße meiden möchten. Auch deshalb sei es nicht sinnvoll und auch nicht zulässig, eine solch starkgenutzte Strecke über einen Gehweg zu führen. Der Verein plädiert daher für die Markierung von Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn. Dies sei deutlich sicherer für alle Verkehrsteilnehmer, zudem würde dies auch eine geschwindigkeitssenkende Wirkung auf Autofahrer haben.

Die Stadt plant, die Fahrbahn von derzeit 5,50 Meter auf 6,50 Meter zu verbreitern, damit künftig auch Busse und Lkw im Begegnungsverkehr problemlos aneinander vorbeikommen. Der kombinierte Geh-/Radweg soll 2,50 Meter breit werden. Für Menschen mit Behinderungen sollen taktile Leitstreifen eingelassen werden, abschnittsweise sollen zudem Parkstreifen angelegt werden. Völlig erneuert wird zudem die 40 Jahre alte Straßenbeleuchtung. Ob auch neue Bäume gepflanzt werden, werde nach Angaben der Verwaltung noch geprüft.

Mit dem Umbau soll im Frühjahr 2016 begonnen werden. Die ersten drei Monate gehören der Stawag, die im Grauenhofer Weg die Kanäle und Versorgungsleitungen erneuern wird, anschließend wird die Straße ausgebaut, wofür nach jetzigem Stand fünf Monate veranschlagt sind. Zwei Bürgerinformationen haben dazu bereits im Frühjahr 2013 stattgefunden.

Wann der nächste Bauabschnitt zwischen Arlingtonstraße und Lintertstraße in Angriff genommen werden kann, ist noch offen. Auch dieser Teil müsse laut Verwaltung „wegen erheblicher substanzieller Schäden“ grundlegend erneuert werden. Allerdings sind dafür noch weitergehende Vorplanungen und Verfahren nötig.

Der gesamte Ausbaubereich liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Gewässer, Bäume und Hecken müssen daher besonders geschützt werden.

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