Aachen: Gleisarbeiten: Reisenden steht ein heißer Sommer bevor

Aachen : Gleisarbeiten: Reisenden steht ein heißer Sommer bevor

Egal wie das Wetter wird: Reisenden und Pendlern, die auf die Bahn angewiesen sind, steht ein heißer Sommer bevor. Sechseinhalb Wochen lang — exakt während der Sommerferien — bleibt die Strecke zwischen Aachen und Düren wegen Gleisarbeiten gesperrt. Um mindestens eine halbe Stunde wird sich die Reisezeit nach Köln verlängern.

Wer Aachen dann in den frühen Morgenstunden um kurz vor 6 Uhr verlassen will, wird Köln frühestens um 7.12 Uhr erreichen, rechnete Uwe Müller, Leiter der städtischen Abteilung Verkehrsmanagement, den Politikern jetzt im Mobilitätsausschuss vor. Gelingen kann dies allerdings nur, wenn sich Busse und Bahnen zuverlässig in einem enggestrickten Zeitkorsett bewegen. „Es ist allen bewusst, dass das eine sehr schwierige Situation werden wird“, sagt Müller. FDP-Mann Peter Blum fürchtet gar, dass Aachen im Sommer „abgehängt“ wird.

Immerhin: Fahrgäste können zwischen verschiedenen Varianten wählen, wie Müller nach jüngsten Absprachen mit der Bahn mitteilen konnte. In der bequemeren Variante werden Reisende am Hauptbahnhof in Schnellbusse einsteigen können, die sie direkt und umsteigefrei nach Düren bringen. Gleiches gilt für die Gegenrichtung. Von anderen Bahnhöfen aus fährt die Regionalbahn zunächst bis Weisweiler oder Langerwehe, wo dann Busse in Richtung Düren starten. Der Fernverkehr, darunter auch der Thalys, soll hingegen über Mönchengladbach-Rheydt nach Köln umgeleitet werden.

Bleibt die Frage, ob im Schienenersatzverkehr genügend Kapazitäten für alle Fahrgäste bereitgestellt werden können. „Es werden viele Gelenkbusse fahren“, kündigt Müller an. Wo die Haltestelle für diese Busse eingerichtet wird, ist derzeit noch offen. Im Gespräch sei unter anderem die Hackländerstraße. Nichts sei schlimmer als frustrierte Fahrgäste, meinen derweil die Politiker, die die Komplettsperrung der Bahnlinie am liebsten ganz verhindert hätten. „Wir kriegen ja den Ärger ab“, sagen die Verkehrspolitiker und drängen bei Bahn und Verwaltung auf weitergehende Vorsichtsmaßnahmen.

Unbedingt ortskundig müssten alle Busfahrer sein, fordern sie. Bei Staus sollten sie nach Möglichkeit auch Ausweichstrecken kennen. Mehr als peinlich sei es, wenn Fahrgäste den Fahrern den Weg weisen müssten, wie es im Schienenersatzverkehr immer wieder vorkomme. Ob auch bedacht sei, dass im Sommer viele Reisende mit großem Gepäck in Richtung Flughafen unterwegs sind? Und schließlich kam CDU-Verkehrspolitikerin Gaby Breuer noch auf einen besonders heiklen Punkt zu sprechen: Sie hoffe doch sehr, dass auf den geplanten Busstrecken Richtung Düren nicht noch zusätzliche Baustellen eingerichtet werden.

Doch ausgerechnet in den Sommerferien plant die Stadt tatsächlich, die Fahrbahndecke am Europaplatz zu erneuern. Und auch der Straßen-Landesbetrieb denkt offenbar darüber nach, eine weitere Baustelle auf der A 544 einzurichten, gab Müller bekannt. Gaby Breuer zeigte sich entsetzt. Zumindest die Baustelle Europaplatz müsse verschoben werden, gab sie zu Protokoll. „In dieser Zeit dürfen wir nicht noch zusätzliche Hindernisse schaffen.“ Ob ihr Einwand Gehör findet, ist offen.

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