1. Lokales
  2. Aachen

Fördergelder vom Ministerium: Gesucht werden zündende Ideen für die „Post-Corona-Stadt“

Fördergelder vom Ministerium : Gesucht werden zündende Ideen für die „Post-Corona-Stadt“

Kommune und RWTH haben sich erfolgreich um ein Projekt zur kommunalen Entwicklung beworben. 350.000 Euro Fördermittel fließen nach Aachen.

Für die Entwicklung der Innenstädte wirkt die Coronavirus-Krise wie ein Brennglas. Schon vor der Pandemie wurde der Wandel des Einzelhandels auch in Aachen intensiv diskutiert. Wie verändert Fokussierung auf Online-Shopping Einkaufsstraßen und Fußgängerzonen? Wie punktet eine attraktive City heute und in Zukunft? Die RWTH erforscht dieses Themenfeld nun in enger Kooperation mit der Stadt Aachen im Rahmen des Projekts „Post-Corona-Stadt: Ideen und Konzepte für die resiliente Stadtentwicklung“. Das Ziel lautet, praktische Lösungsansätze vor Ort zu finden. Was können wir heute schon tun, um hochwertige Aufenthaltsräume und ansprechende Orte in der City zu schaffen? 

Das interdisziplinär aufgestellte Aachener Wissenschafts- und Stadtteam gehört zu einem von 13 Projekten, die deutschlandweit ausgewählt worden sind. Insgesamt 222 Bewerbungen waren bei der Nationalen Stadtentwicklungspolitik – einer Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Kommunen – eingegangen. Der Bund fördert den gesamten Projektaufruf mit 3,5 Millionen Euro. 350.000 Euro fließen davon nach Aachen.

Künftige Entwicklung der Stadt

 Für Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen ist die intensive, fachlich fundierte Auseinandersetzung mit der Innenstadt entscheidend für die künftige Entwicklung Aachens. „Es ist zu erwarten, dass sich der Leerstand von Geschäftslokalen, den wir in Teilen der Innenstadt bereits vor Corona registriert haben, durch die kräftezehrende Bewältigung der Pandemie weiter verschärft. Wir müssen jetzt gute Ansätze finden, wie wir unsere Aachener Innenstadt von morgen gemeinsam gestalten wollen“, sagt Keupen und kündigt einen intensiven Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu dem Thema an. RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger erklärt dazu: „Die Auswirkungen dieser Ausnahmesituation werden wir noch lange spüren. Die Veränderungen betreffen uns an der Hochschule – etwa im Bereich Lehre und Prüfungswesen –, sie werden aber auch in den Städten und in unserem Zusammenleben sichtbar sein. Gemeinsam mit den städtischen Akteurinnen und Akteuren möchte die RWTH den Wandel bewusst gestalten und durch unser wissenschaftliches Know-how zu einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung beitragen.“ 

 Der Projektantrag aus Aachen war im Themenfeld „Solidarische Nachbarschaft und Wirtschaften im Quartier“ erfolgreich. Unter dem Titel „ACademie für kollaborative Stadtentwicklung“ sollen mit dem Pilotprojekt neue Lösungsansätze zur Stärkung der Stadt- und Quartiersstrukturen erprobt werden. Um die Innenstadt als Herzstück Aachens für die Zukunft fit zu machen, entwickelt das Projekt neue Allianzen zwischen Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Forschenden und Studierenden. Im Fokus sollen alltagstaugliche Nutzungen und neue Mischungen aus Wohnen, Arbeiten, Bildung, Nachbarschaft und Kultur stehen. Räumlich im Fokus steht die Innenstadt innerhalb des Grabenrings zuzüglich angrenzender, vom Handel geprägter Übergangsbereiche.

(red)