Aachen: Gespannfahrer von Stein nimmt unser Videoteam mit durch die Soers

Aachen : Gespannfahrer von Stein nimmt unser Videoteam mit durch die Soers

Man kennt sich unter den Gespannfahrern. Wenn Georg von Stein mit seiner Kutsche vom Fahrerlager am Eulersweg zum Abfahrplatz am Soerser Weg fährt, wird er mehrere Mal gegrüßt. Und er grüßt gerne zurück. Doch an diesem besonderen Tag kommt mit der Begrüßung auch schon mal ein gut gemeinter Tipp von den Kollegen: „Sprich Hochdeutsch!“, ruft ihm ein Kollege lachend zu.

Das wäre gut. Denn heute hören ihm nicht nur seine Pferde und seine Teammitglieder zu, sondern auch das Videoteam unserer Zeitung. Der erfahrene Gespannfahrer aus Modautal im Odenwald hat Reporterin Ines Kubat und Kameramann Stephan Kreutz eingeladen, einmal auf dem Kutschbock mitzufahren, während er sich und seine Pferde auf die Gespannprüfungen beim CHIO vorbereitet.

„Seit 2010 bin ich hier in Aachen dabei“, erzählt er, „ich kenne die Kulisse.“ Aber nicht alle seiner Pferde, von Stein hat auch ein paar junge dabei. Und die müssten sich erstmal an die Atmosphäre in der Soers gewöhnen. „Das ist aber ganz normal“, erzählt er während er gemächlich seine Runden auf der Wiese direkt neben Gut Kuckesrath dreht. „Anfangs herrscht bei den Pferden immer Hektik und Unruhe, aber nach einer halben Stunde Einfahren legt sich das.“ Sagt‘s und dreht eine weitere Runde.

Mit neun Pferden und acht Teammitgliedern ist er aus dem Hessischen angereist. Mit vier Pferden plus Ersatzpferd nimmt er an den sportlichen Prüfungen teil, die übrigen vier sind fürs Showprogramm, denn beim beliebten Lavazza-Cup am Samstagabend bestehend aus Vielseitigkeit, Springen und Fahren ist er auch am Start.

Sein persönlicher Höhepunkt in Aachen liegt dann schon hinter ihm: der Kutschenmarathon durch die Soerser Wiesen am Samstagnachmittag. „Der CHIO ist für uns Fahrer der absolute Höhepunkt im Jahr, und für uns deutsche Gespannfahrer sogar höher anzusetzen als eine Weltmeisterschaft“, sagt er, denn hier sei einfach alles ideal. Von den Rahmenbedingungen her: „Egal, ob Mensch oder Tier, wenn es hier an etwas fehlt, ist es schon da, bevor der Wunsch überhaupt ausgesprochen ist.“ Und sportlich: „Die Soers ist die schwerste Geländestrecke der Welt.“

Und wenn er die am Samstagnachmittag gemeinsam mit seinem Team in Angriff nimmt, werden ihm wieder Zehntausende dabei zusehen. Denn traditionell ist der Kutschenmarathon kostenlos und wird wieder halb Aachen mit Kind, Kegel und Bollerwagen in die Soerser Wiesen locken. „Seit Wochen bereiten wir uns darauf schon vor“, verrät er.

Ob das Training was gebracht hat, wird der Samstag zeigen. Das mit dem Hochdeutsch hat jedenfalls schon mal geklappt.

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