Aachen: Gesamtschulen bieten Abitur ohne G8-Druck

Aachen: Gesamtschulen bieten Abitur ohne G8-Druck

„Wir wollen zeigen, was die Gesamtschule zu leisten im Stande ist.“ Das sagen die Leiter der vier Aachener Gesamtschulen einmütig. Gemeinsam haben sie am kommenden Donnerstag, 10. Oktober, an der Heinrich-Heine-Gesamtschule am Hander Weg einen ersten Aachener Gesamtschultag ins Leben gerufen, bei dem Kollegen, Lehrer und Schüler alles über die schulische Ausbildung in der Gesamtschule erfahren sollen.

„Das, was die Gesamtschule leistet, wird in der Gesellschaft nicht wahrgenommen“, meint Hanno Bennemann, der mit der vierten Gesamtschule die jüngste Gesamtschule in Aachen leitet. Die Erfolge werden seiner Meinung nach zu wenig beachtet: Immerhin erreichten viele Schüler dort das Abitur, ohne das eine Gymnasialempfehlung vorgelegen habe. Und das Vorurteil, auf der Gesamtschule bekäme man die Abschlüsse nachgeschmissen, ziehe spätestens seit Einführung des Zentralabiturs nicht mehr.

Gemeinsam wollen die Schulen sich vorstellen und verweisen dabei auch auf die individuellen Unterschiede. In einem Faltblatt zum Tag der Gesamtschule gibt es jeweils ein kleines Portrait zu jeder Schule. Die Heinrich-Heine-Gesamtschule ist die älteste Gesamtschule in der Region Aachen. Besondere Schwerpunkte sind Profilklassen in Sport und Kultur. Die Gesamtschule Brand hat das individualisierte Lernen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt, und die Maria-Montessori-Gesamtschule will die Autonomie der Kinder und Jugendlichen stärken. Bei der vierten Aachener Gesamtschule stehen Verantwortung und Individualisierung im Mittelpunkt.

Während des ersten Aachener Gesamtschultags finden interessierte Eltern, Lehrer und Schüler Gelegenheit, im Rahmen eines Bazars die einzelnen Lernkonzepte der vier Schulen kennenzulernen. Allen gemeinsam ist das Abitur in neun Jahren, ohne den massiven Druck von G8, wie es im Faltblatt heißt.

Zum Einstieg referiert der Reformpädagoge Otto Herz um 18 Uhr zur Schulform Gesamtschule aus reform- und bildungspolitischer Sicht. Im Rahmen des anschließenden Programms werden Schüler und Ehemalige über die Arbeitsweise der gymnasialen Oberstufe informieren. Außerdem ist um 19 Uhr ein Diskussionscafé „Gymnasiale Oberstufe“ geplant. Hier werden unter anderem Ehemalige davon erzählen, was ihnen die schulische Ausbildung für ihr späteres Leben gebracht hat.

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