Mord an Facebook-Bekanntem: Geringere Haftstrafen für zwei der drei Angeklagten

Mord an Facebook-Bekanntem : Geringere Haftstrafen für zwei der drei Angeklagten

Nach dem Mord an dem Facebook-Bekannten eines jungen Mädchens sind die Haftstrafen von zwei der drei Angeklagten deutlich verringert worden.

In einem Revisionsverfahren verurteilten die Richter die 33-jährige Mutter des Mädchens und einen 29 Jahre alten Freund der Familie zu sechs und vier Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge, wie ein Sprecher des Landgerichts Aachen am Mittwoch mitteilte. Im ersten Prozess waren die beiden Deutschen im Mai 2016 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden - wie auch der Vater der damals Zwölfjährigen. Das Urteil gegen ihn bleibt bestehen.

Mutter, Vater und Freund hatten grundlos angenommen, der 29 Jahre alte Facebook-Bekannte sei pädophil und habe Interesse an dem Mädchen. Dafür sollte er laut Anklage eine Abreibung bekommen: Sie wollten ihm ein Grinsen ins Gesicht schneiden, so der Plan. Die Mutter habe das Opfer im August 2015 in Eschweiler in einen Hinterhalt gelockt, dann zu ihrem Mann gebracht und sich zu dem Freund zurückgezogen. Der Vater habe den Mann dann im Exzess und entgegen der Absprache mit einem Bajonettmesser erstochen.

Die Richter hatten den Vater wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Die Verurteilung gegen seine Frau und den Freund der Familie wegen Mordes hob der Bundesgerichtshof in einem Revisionsverfahren auf. Für die obersten deutschen Strafrichter hatte nicht zweifelsfrei festgestanden, dass die beiden tatsächlich eine Tötungsabsicht hatten.

(dpa)
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