Geplatztes Ventil sorgt am Tivoli in Aachen für großen Wasserschaden

Wassereinbruch im Kabinentrakt : Die Alemannen müssen fürs Umziehen umziehen

Ein Wasserschaden hat im Trockenbau Tivoli für einen einigermaßen großen Schaden gesorgt. Auf 800 Quadratmetern werden derzeit Sanierungsarbeiten vorgenommen. Unter anderem sind die Mannschaftskabinen derzeit nicht nutzbar. Und das alles, weil ein kleines Ventil geplatzt ist.

„Da hat man schon kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu“ – dieser Satz des früheren Fußball-Mittelstürmers Jürgen Wegmann könnte derzeit in der untersten Etage des Aachener Tivoli hängen. Denn Pech hatten die Verantwortlichen des Stadions in der Tat genug. Ein kleines Ventil hat für großen Schaden gesorgt und rund 800 Quadratmeter im Bereich der Spielerkabinen, der Mixed-Zone und der Stadiontechnik unter Wasser gesetzt.

Bereits am Wochenende vor dem Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen war der Schaden passiert, und nur dank eines Sofortmaßnahmenpaketes konnte das Spiel überhaupt stattfinden. „Ich war kurz davor, das Spiel abzusagen“, gesteht Bernhard Deil. Er ist als Geschäftsführer der Aachener Beteiligungsgesellschaft quasi Stadion-Manager und für den sicheren Betrieb des Baukörpers verantwortlich.

In einem kleinen Video zeigt Bernhard Deil die strömenden Wassermassen. Und wie so oft: Wenn ein Schaden entsteht, kommt das Pech hinzu, dass dieser in der Nacht auftritt. Das Stadion ist im Inneren zum großen Teil in Trockenbauweise errichtet – und da ist Wasser der größte Feind. Ein eigentlich wartungsfreies Ventil ist im Technikbereich, in dem Klima, Wasserleitungen, Energie und Rasenheizung untergebracht sind, geplatzt. Warum, wird auch der von der Versicherung eingesetzte Gutachter vermutlich nicht klären können. Immerhin: Der Schaden ist über die Versicherung abgedeckt. Über die Höhe äußert sich der Stadionmanager nur zurückhaltend: „Gehen Sie mal von einem sechsstelligen Bereich aus.“

Jetzt wird mit Hochdruck gearbeitet, was beim Meisterschaftsspiel gegen TuS Haltern am Dienstagabend auch nach außen ersichtlich wird. Die Aachener Spieler haben bis zum Ende der Reparatur eine Übergangsheimat in den Kabinen der Jugend in der ersten Etage gefunden, die Gästespieler sind im Nachwuchsleistungszentrum außerhalb des Stadions untergebracht, sollen aber beim nächsten Heimspiel Umkleiden und Duschen in Containern auf der Südseite des Stadions finden.

Blick in die Mixed-Zone: Wo sich die Spieler zum Einlauf aufstellen und nach Schlusspfiff den Journalisten Rede und Antwort stehen, geben jetzt Wärmegeräte und Luftentfeuchter den Ton an. Foto: Hans-Peter Leisten

Derweil wurden zahlreiche Löcher in den Boden gebohrt und Schnitte gefräst, in die Warmluft gepresst wird. Im gesamten betroffenen Bereich wurden die Trockenbauplatten bis zu einer Höhe von 60 Zentimetern entfernt, um ebenfalls die feuchten Bodenbereiche zu erreichen. Überall stehen Wärmegeräte und Luftentfeuchter, denn erst wenn wieder Trockenheit gemeldet wird, werden die Reparaturen angegangen. Dies erfolgt zunächst in den Duschräumen. Hier wurden bei der Maßnahme zusätzliche, schon früher entstandene Schäden entdeckt, die jetzt grundsaniert werden. „Anschließend werden wir sukzessive alles wieder in Ordnung bringen“, schildert der Stadionmanager die weitere Planung. Nutzbar sollen die Räume wieder Ende September sein, die ordnungsgemäße Wiederherstellung dauert wohl bis Ende des Jahres. Eine Schuld bei Stadionerbauer Walter Hellmich sieht niemand.

Zum Glück habe man auf einen Firmenverbund, der der Alemannia wohlgesonnen sei, zurückgreifen können. 25 Kräfte sind permanent im Einsatz. Nicht einfacher wird die Umsetzung durch die parallel im September beginnende Sanierung des Vorplatzes Richtung Parkhaus. Aber Bernhard Deil erwähnte jüngst in unserer Zeitung, dass ihn Herausforderungen reizen. Von daher dürfte ihm auch zum zehnten Geburtstag des Stadions nicht langweilig werden.

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