Insektenhotel steht für Idee: Generationsübergreifend kreativ sein und voneinander profitieren

Insektenhotel steht für Idee : Generationsübergreifend kreativ sein und voneinander profitieren

Das Franziskuskloster am Lindenplatz und die benachbarte Kindertagesstätte fördern die intergenerative Zusammenarbeit. Sie haben ein Naturschutzprojekt ins Leben gerufen, bei dem Jung und Alt Hand in Hand zusammenarbeiten.

Neugierig schaut der fünfjährige Nick Günther Weber über die Schulter. „Das kann ich noch nicht so gut, da hilft er mir dann“, sagt Mick. Auch wenn die Beiden stolze 74 Jahre trennen, verstehen sie sich super. Das kleine Bambusrohr bearbeitet der Senior vorsichtig mit einer Bohrmaschine. Anschließend kümmern sie sich gemeinsam darum, dass aus den vielen Einzelteilen ein Insektenhotel wird. Eine Szene, die man im Rahmen des intergenerativen Naturschutzprojektes desFranziskusklosters am Lindenplatz und desbenachbarten Kindergartens momentan regelmäßig sieht. Jung und Alt arbeiten hier Hand in Hand und tun dabei nicht nur etwas für den Naturschutz, sondern gleichzeitig auch für das generationsübergreifende Zusammenarbeiten.

Projektleiterin Dana Pielgrzymowski weiß, wie gut die Gemeinsamkeit tut. „In dieser Form ist es das erste Mal, dass die beiden Einrichtungen kooperieren. Uns ist es dabei wichtig, dass die unterschiedlichen Generationen in den Dialog miteinander treten und dass die Kluft zwischen Jung und Alt mehr und mehr schwindet.“ Dass die Idee ankommt, merkt man sofort, wenn man die Kinder und Senioren nur wenige Momente beobachtet. Zwar hat jeder seinen eigenen Platz, aber schnell entsteht eine familiäre Arbeitsatmosphäre.

So wie auch bei Günther Weber. „Ich finde das Projekt wirklich toll, denn man hat ja leider im Alter kaum oder gar keinen Kontakt mehr zu den ganz jungen Menschen. Man erfährt etwas aus ihrem Leben und die Kinder fragen mich auch nach meinem Leben. Von einer anfänglichen Hemmschwelle merkte ich persönlich gar nichts. Es ist einfach immer ein toller Nachmittag“, betont er. Einmal pro Woche treffen sich die Teilnehmenden im Seniorenheim und erfahren Dinge über den Naturschutz und werken gemeinsam an den Insektenhotels. „Wir merken, dass das Projekt unheimlich gut ankommt und dass beide Seiten davon profitieren. Gerne würden wir das fortführen“, sagt Erzieherin Marisol Willms.

Mit Begeisterung sind die jungen und älteren Teilnehmer bei der Sache. Foto: ZVA/Michael Jaspers

Dass generationsübergreifende Begegnungen im Alltag immer seltener stattfinden, erkennt auch Bruder Alois, der mit bunter Farbe die Bambusröhrchen bemalt. „Es ist eine schöne Abwechslung zum sonstigen Alltag, und ich freue mich immer auf diese Treffen. Dann herrscht hier Leben.“ Genau wie an diesem Nachmittag auch, wo eins ganz deutlich wird: Das Alter ist eben nur eine Zahl, vielmehr geht es darum, zusammen Spaß zu haben und zu erkennen, dass verschiedene Generationen gemeinsam ganz viel schaffen können.

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