Aachen: „Genau der richtige Zeitpunkt”: Präsident Nachtsheim zieht sich zurück

Aachen: „Genau der richtige Zeitpunkt”: Präsident Nachtsheim zieht sich zurück

Sein Entschluss sei im Januar gereift, sagt der scheidende Alemannia-Präsident Alfred Nachtsheim. Auf eigenen Wunsch steht der 49-Jährige nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung.

„Ich denke, das ist genau der richtige Zeitpunkt”, sagt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Und liefert seinen Nachfolger gleich mit: „Meino Heyen ist der geeignete Mann. Ich habe ihn gefragt, und er würde es auch machen.”

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Alemannia GmbH werde wie gewohnt zuverlässig, geräuschlos und zielstrebig den eingeschlagenen Weg fortsetzen, ist Nachtsheim überzeugt. Er verzichtet auf eine weitere Kandidatur aus beruflichen Gründen. „Ich habe viel Zeit seit meinem Amtsantritt im November 2009 investiert, die ich jetzt einfach nicht mehr habe”, sagt Nachtsheim. „Wir haben es geschafft, den Verein innerlich zu reformieren. Sichtbarer Ausdruck dessen ist die neue Satzung, die im Dezember mit großer Mehrheit verabschiedet wurde”, betont der scheidende Präsident.

Zudem seien die Bemühungen, eine Umstrukturierung der Stadionfinanzierung zu erreichen, auf einem guten Weg, so dass er „kein sinkendes Schiff” verlasse: „Zum Beginn meiner Amtszeit hat unser Präsidium versprochen, Gräben zuzuschütten und neues Vertrauen zu Gunsten unserer Alemannia zu schaffen. Dies ist uns, so glaube ich, nicht nur unseren Mitgliedern, sondern auch dem Oberbürgermeister, dem Städteregionsrat, der Politik und der Bevölkerung gegenüber gelungen”, blickt Nachtsheim auf eine erfolgreiche Amtszeit zurück. Künftig will er keine Funktion mehr im Verein ausüben, als Arzt will er den Fußballprofis aber weiterhin zur Verfügung stehen.

Vom Aufsichtsratschef zum Vereinspräsidenten - Meino Heyen würde den umgekehrten Weg nehmen. Laut Satzung sollte nämlich der Klubchef auch erster Mann des Aufsichtsrats sein. „Wenn es allgemeiner Konsens ist, dass ich dem Klub damit helfen kann, dann werde ich für das Amt des Präsidenten kandidieren”, hält sich Heyen zurück.

Der 65-Jährige Unternehmer war im Juni 2010 in den Aufsichtsrat gewählt und von dessen Mitgliedern kurz darauf zum Vorsitzenden auserkoren worden. Heyen will nun Gespräche mit den bisherigen Präsidiumsmitgliedern Klaus Dieter Wolf, Karl-Theo Strepp, Christoph Terbrack und Michael Leers führen. „Ich hoffe, dass der eine oder andere auch in Zukunft für ein Amt zur Verfügung steht”, sagt Heyen, der parallel dazu weitere potenzielle Kandidaten für einen Vorstandsposten ansprechen möchte.

Die beiden Geschäftsführer Frithjof Kraemer und Erik Meijer bedauern zwar Nachtsheims Entscheidung, zeigten sich aber hoch erfreut über den potenziellen Nachfolger: „Sein Engagement für die Alemannia ist Gold wert. Es gibt keinen besseren Kandidaten für dieses wichtige Amt, denn er ist schon jetzt eine Integrationsfigur für den Verein.”

Ob Meino Heyen tatsächlich die Nachfolge von Alfred Nachtsheim antreten wird, entscheiden die Mitglieder am 29. März bei der Jahreshauptversammlung.

Unterdessen hat die DFL das Nachlizensierungsverfahren für die Alemannia (Nachweis von 800.000 Euro) offiziell abgeschlossen.

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