Aachen: Gemüsesuppe aus dem Container: Aktion gegen Verschwendung

Aachen : Gemüsesuppe aus dem Container: Aktion gegen Verschwendung

„Lebensmittelverschwendung sollte strafbar sein“, meint Ratsmitglied Horst Schnitzler (UWG). Gemeinsam mit Aktivisten unter anderem aus der Umwelt- und Friedensbewegung machte er sich am Samstag auf dem Markt stark für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln.

Dass abgelaufene Waren und leicht angeschlagenes Obst und Gemüse ohne weiters in Containern entsorgt werden, ist für sie eine „furchtbare Verschwendung“. Folglich finden sie nichts Falsches daran, weggeschmissene Lebensmittel für den eigenen Gebrauch zu nutzen. „Containern“ heißt diese Entnahme von abgelaufenen Lebensmitteln aus Abfallcontainern, laut Schnitzler wird dies immer beliebter. Die einen täten das, um die Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren, die anderen aus der Not heraus, weil sie nicht genug Geld hätten, um sich gesunde Lebensmittel zu kaufen.

Und was man mit Lebensmitteln aus Containern so alles zaubern kann, zeigten die Aktivisten gleich vor Ort: Sie luden die Passanten zu einer Kartoffel-Spargel-Suppe, zu einer Gemüsesuppe und zu einer Gemüsereispfanne ein.

„Es werden unglaublich viele Lebensmittel für die Tonne produziert“, kritisiert der Student Fabian Unterstell. Er findet das „Containern“ sinnvoll. So ganz legal ist es allerdings nicht immer. Die Aktivisten machten auf einen Prozess aufmerksam, bei dem zwei junge Leute in erster Instanz wegen des „Containerns“ verurteilt worden sind. Im Landgericht Aachen läuft derzeit das Berufungsverfahren. Nächster Verhandlungstermin ist am Dienstag, 25. Juni, um 10 Uhr.

Ob Diebstahl oder nicht: Darüber scheint offenbar nicht immer Einigkeit zu herrschen. „Aber immer mehr Supermärkte bieten uns ihre abgelaufenen Waren schon direkt an“, meint Schnitzler. Und darin sehen die Aktivisten einen ersten, kleinen Erfolg.

(mas)
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