Aachen: Geldsegen für Skater und Aachener Dom

Aachen : Geldsegen für Skater und Aachener Dom

Der Streetart-Künstler Señor Schnu war geschockt, als er von dem Diebstahl hörte. Doch dann habe sich ja doch noch alles zum Guten gewendet, sagt er. Und tatsächlich: Señor Schnu fertigte einen Ersatz für das vom Bauzaun am Klosterplatz gestohlene Original.

Im Auftrag der Stawag hatte der Künstler den Zaun verschönert, sehr zur Freude von Dompropst Manfred von Holtum, dem es nach eigenen Worten ein Vergnügen war, den Künstler bei der Arbeit zu beobachten. Dass ein Teil des Kunstwerks dann gestohlen wurde, nutzen alle Beteiligten für eine Aktion: Das Ersatzstück mit der Aufschrift „Aix la Chapelle“ ging in Druck und wurde 250 Mal verkauft.

Zusammengekommen sind so insgesamt 2500 Euro, die zu gleichen Teilen an den Ersten Aachener Skateboard Club und an den Aachener Dom gingen. Die Stawag legte für den Dom noch eine Extra-Spende obendrauf, so dass der Dompropst sich über 2500 Euro freuen kann.

„Das Geld soll für den barrierefreien Zugang in die Domschatzkammer verwendet werden“, sagte Dompropst Manfred von Holtum. Mit diesem Projekt wolle man der Verantwortung gerecht werden, allen Menschen gleichermaßen den Zugang zu den kulturellen Schätzen zu ermöglichen. Und auch die Skater freuten sich über den unerwarteten Geldsegen.

Señor Schnu hatte sich ausdrücklich gewünscht, dass die jungen Leute bedacht werden sollen. Sie haben sich in Eigeninitiative einen Skateparcours im Moltkepark gleich hinter dem Kreativhaus errichtet. „Und dort ist noch einiges zu tun“, meint Vorstand Christoph Grotenrath. „Das ist eine Menge Geld“, sagte er über die Spende und dankte allen Beteiligten.

Die Stawag ihrerseits vergibt immer wieder Aufträge an junge Künstler, damit sie die Bauzäune verschönern. „So geben wir ihnen Raum und Aufmerksamkeit für ihre Werke und werben zugleich bei den Bürgern um Verständnis für unsere Baustellen“, sagt Stawag-Sprecherin Eva Wußing. Und so machte sich auch der Streetart-Künstler Señor Schnu mit Eifer an die Arbeit, um den Zaun um das Materiallager der Stawag am Klosterplatz zu verschönern. Er orientierte sich dabei vor allem auch an den Ornamenten des Doms.

Gleich gestohlen

Seine Arbeit gefiel offensichtlich so gut, dass ein Teil davon gleich in der ersten Nacht verschwand. „Dass eine Arbeit solche Begehrlichkeiten auslöst und gleich verschwindet, das haben wir noch nicht erlebt“, sagt David Lulley, zuständig für die Baustellenkommunikation bei der Stawag. Inzwischen ist das Original-Banner längst weiteren Bauarbeiten gewichen.

Da sei aber inzwischen wieder viel Platz für weitere Kunstwerke, meinten alle Beteiligten.

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