Aachen: Geldgeber ist endlich in Sicht

Aachen: Geldgeber ist endlich in Sicht

Die Projektentwickler der Kaiserplatz-Galerie befinden sich eigenen Angaben zufolge in der entscheidenden Verhandlungsphase mit einem sogenannten End­investor.

Als heißester Kandidat für den Zuschlag gilt derzeit die niederländische Gruppe „Forum­invest”. Das 1987 gegründete Unternehmen hat sich auf den Bau von Einkaufszentren spezialisiert und ist hauptsächlich in den Niederlanden aktiv, hat aber auch mehrere Shoppingcenter in Belgien, Italien und Frankreich verwirklicht.

Mit der Kaiserplatz-Galerie würde „Foruminvest” erstmals den Sprung über die Grenze nach Deutschland machen. Noch allerdings laufen die Verhandlungen über ein umfangreiches Vertragswerk, mit dem die Kaiserplatz-Galerie den lang ersehnten Schritt nach vorne machen soll. Laut Projektmanager Herbert Dierke vom Büro „kai 18 architects” sei „Forum­invest” ein Interessent unter mehreren.

Wie lange es bis zur Vertragsunterzeichnung noch dauern wird, konnte er am Montag nicht sagen. Man sei jedoch weiterhin zuversichtlich, den zuletzt genannten Eröffnungstermin Herbst 2013 für das neue Einkaufszentrum an der Adalbertstraße halten zu können. Entgegen den ursprünglichen Planungen hätte sich die Eröffnung damit bereits um gut vier Jahre nach hinten verschoben. Begonnen haben die ersten Arbeiten mit dem Abriss des alten Gloria-Kinos am Kaiserplatz im Jahr 2007. Über den Status einer Trümmerlandschaft ist das Gelände im Herzen der Stadt seitdem nicht hinausgekommen - was nicht nur Anwohner und Geschäftsleute seit geraumer Zeit verärgert, sondern zuletzt auch Politiker zunehmend besorgter in die Zukunft schauen ließ.

Erste Broschüren verteilt

Inzwischen geben sich zumindest Verwaltung und Politik wieder deutlich zuversichtlicher, dass die Brache bald beseitigt sein könnte. Oberbürgermeister Marcel Philipp verteilte Ende letzter Woche bereits Hochglanzbroschüren von „Foruminvest”, um einen Vorgeschmack auf das zu geben, was bald neuen Schwung ins Viertel bringen soll. Aktuell planen die Niederländer auch im belgischen Verviers den Bau eines ähnlich großen Einkaufszentrums wie in Aachen. Auch dort müssen sie sich jedoch mit den Protesten von Kritikern auseinandersetzen, die das Vorhaben für völlig überdimensioniert halten.

An der Adalbertstraße sollen 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf vier Etagen geschaffen werden. Bis zu 130 Geschäfte sollen dort Platz finden. Zusätzlich ist ein Parkhaus mit rund 600 Stellplätzen geplant. Das Investitionsvolumen beträgt nach derzeitigem Stand rund 240 Millionen Euro.

Rundumerneuerung geplant

Die politische Mehrheit und die Verwaltungsspitze der Stadt erhoffen sich von dem Einkaufstempel eine „Magnetwirkung” für den Einkausstandort Aachen. Die Planungspolitiker von Schwarz-Grün, Maike Schlick und Michael Rau, machten jüngst deutlich, dass sie bereits weiterdenken und die Kaiserplatz-Galerie als Mosaikstein in Sachen Rundumerneuerung des Oberzentrums betrachten.

So hoffen sie darauf, dass bald auch der Eingangsbereich von C&A sowie die City-Passage modernisiert werden. Auch der neue Bushof ist Teil der Gedankenspiele. Fernziel ist es, Aachens Fußgängerzonen enger miteinander zu verknüpfen und Passanten und Kunden einen echten Rundgang vom Markt aus durch Großkölnstraße über Peterstraße, Willy-Brandt-Platz und zurück durch die Adalbertstraße zu bieten.

Insbesondere müsse auch der „Stillstand” an der unteren Großkölnstraße überwunden werden, meinen Schlick und Rau. Gelingen könne dies etwa, in dem am Bushof im überdachten Haltestellenbereich eine neue Attraktion für Fußgänger geschaffen wird - gedacht ist etwa an eine Markthalle oder neue Gastronomie. Ein Gutachten dazu ist in Arbeit. „Da ist viel Phantasie gefragt”, sagt Rau, der hinzufügt: „Man muss Geduld haben.” Eine Lektion, die man aus den Erfahrungen mit der Kaiserplatz-Galerie gelernt hat.

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