Aachen: Geheimes Aachen: Im südlichsten Zipfel liegt der höchste Punkt

Aachen: Geheimes Aachen: Im südlichsten Zipfel liegt der höchste Punkt

Was man aus höchsten Punkten machen kann, führen uns unsere Nachbarn eindrucksvoll vor Augen: Aussichtstürme, Skywalk, Frittenbuden, Ansichtskartenverkauf, Irrgarten, große Parkplätze getrennt für Busse und Pkw. Den Vaalsern beschert ihr 322,4 Meter hoher Berg am Dreiländereck einen nicht mehr wegzudenkenden beständigen Touristenstrom.

Aachens höchster Punkt — immerhin knapp 90 Meter höher als der Vaalserberg — präsentiert sich demgegenüber deutlich unspektakulärer.

Schöne Aussicht ins Eifelvorland unweit von Aachens höchstem Punkt. Wer ihn finden will, sollte sich vom Vennbahnradweg kurz vor Roetgen (kleines Foto) nach links in die Büsche schlagen. Foto: Harald Krömer

Außer Bäumen gibt‘s nicht viel zu sehen, und wohl auch deshalb ist der höchste Punkt der Stadt den meisten Aachenern auch völlig unbekannt. Viele würden ihn womöglich auch eher auf dem Lousberg vermuten, der ja auch markant aufragt und tatsächlich im Internetauftritt von Aachen Tourismus als „höchste Erhebung Aachens“ gefeiert wird. Doch das ist schlicht falsch.

Wer Aachens Spitze erklimmen will, muss sich schon zur Himmelsleiter bequemen und von dort aus auf den Vennbahnradweg in Richtung Roetgen abbiegen. In der ersten Rechtskurve wäre er dann zu entdecken, der höchste Punkt Aachens — wenn er denn kenntlich gemacht wäre: 410 Meter über dem Meeresspiegel.

Warum es keinen Hinweis gibt? „Weil wir so bescheiden sind“, lacht Rita Claßen, die das Bezirksamt Walheim/Kornelimünster leitet und in deren Zuständigkeitsbereich das verborgene Highlight der Stadt fällt. „Wir sind also nicht nur der schönste, sondern auch der höchste Stadtbezirk“, freut sie sich augenzwinkernd.

Vorbild: Eifel

Denn eigentlich war auch ihr gar nicht so bewusst, dass es ausgerechnet im südlichsten Zipfel ihres Stadtbezirks besonders hoch hinaus geht. „Man könnte mal drüber nachdenken, ob man dort einen kleinen Aussichtspunkt einrichtet“, findet sie. Die Eifeler haben das mit ihren Hinweisschildern „Eifelblick“ an vielen Stellen vorgemacht.

Auch Norbert Preuth hält es für denkbar, dort etwas zu installieren, was Aufmerksamkeit schafft. Als Leiter des städtischen Fachbereichs für Geoinformation und Bodenordnung kennt er alle Höhen und Tiefen der Stadt wie kaum ein anderer. Verlassen kann er sich dabei auf ein Netz voller Höhenlinien, das schon vor langer Zeit über ganz Aachen gelegt wurde und mit dem sich jeder Punkt der Stadt genau bestimmen lässt.

Hinzu gekommen ist heute allerdings modernste Satellitentechnik. Das Navigationssystem GPS macht alles einfacher, sagt Preuth. Auf fünf Zentimeter genau zeige es jede gewünschte Höhe an. Abzurufen sind die GPS-Angaben auch auf diversen Spezialseiten im Internet.

Aachens tiefste Stelle

So ist es für ihn auch ein Leichtes, den tiefsten Punkt im Stadtgebiet zu benennen, der nicht etwa in der Soers liegt. Zu finden ist er in Horbach, Luftlinie knapp 22 Kilometer entfernt vom höchsten Punkt, direkt an der Grenze zu den Niederlanden. Dort, wo der Amstelbach ruhig vor sich hin plätschert, liegt Aachen nur 125 Meter über dem Meeresspiegel.

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