Ratsantrag der Aachener UWG und Piraten: Gegen das Leid der Innenstadt

Ratsantrag der Aachener UWG und Piraten : Gegen das Leid der Innenstadt

Piraten und UWG wollen den Kampf gegen leerstehende Ladenlokale in Aachen aufnehmen – und zwar mit einer kooperativen Institution, die leere Geschäfte langfristig anmietet und jungen Unternehmern mit frischen Geschäftsideen zur Verfügung stellt.

„Die Aachener Innenstadt leidet.“ So beschreiben die Ratsfraktion der Piraten und die UWG das Stadtbild. Mit einem gemeinsamen Ratsantrag wollen sie angehen gegen das Elend, das sich tagtäglich Bürgern und Gästen der Stadt bietet.

Geht es nach Piraten und Unabhängiger Wählergemeinschaft, soll die Verwaltung beauftragt werden, „ein Konzept für eine kooperative Organisation zur Belebung und Attraktivierung der Innenstadt zu entwickeln“. Für diese Institution könne ein Verein, eine Genossenschaft oder andere Gesellschaftsform gegründet werden. Möglichst viele Akteure sollten beteiligt sein – Stadt, die Hochschulen, die Kammern, der Einzelhandel, Vermieter, Mieter, Investoren und „kreative Menschen“.

Beispielhaft führen Piraten und UWG die Stadt Dortmund an. Dort habe eine Genossenschaft der von ihnen vorgeschlagenen Art neue Konzepte für den Handel entwickelt und langjährig begleitet. Das heruntergekommene Unionviertel sei wiederbelebt worden.

Abwärtsspirale

„Leerstände in prominenter Lage verschlechtern das Stadtbild. Sie befeuern eine Abwärtsspirale der Atmosphäre in der Innenstadt. Bauprojekte kommen seit Jahren nicht vorwärts, weil sich die Interessen der verschiedenen Akteure nicht überein bringen lassen“, beschrieben Marc Teuku, Fraktionssprecher der Piraten, und Christoph Allemand von der UWG auf einer Pressekonferenz die allen sichtbare Misere in Aachen.

Die beiden Ratsherren werben deshalb für ihren Vorschlag, eine kooperative Institution zu gründen: „Durch sie ist es wesentlich einfacher, einen gemeinsamen Weg für Probleme zu finden und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Konfliktpotenziale könnten abgebaut werden.“

Gegen die Leerstände schlagen Piraten und UWG vor, leerstehende Räumlichkeiten durch die Institution langfristig anzumieten. Mit kurzfristigem Vertrag könne sie die Lokale weitervermieten, etwa an „kleine, junge Projekte“. Das sei attraktiv für beide Seiten: Vermietern werde langfristig Sicherheit gegeben, während junge Firmen lang dauernde Mietverträge nicht befürchten müssten und die Chance hätten, ihr Konzept auf dem Markt erst einmal testen zu können.

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