Aachen: Gefeiertes Prinzenspiel: Michael II. ist neuer Narrenherrscher

Aachen : Gefeiertes Prinzenspiel: Michael II. ist neuer Narrenherrscher

Fußballstimmung im Eurogress: „Kratze, Kratze, Kratze“, skandierten die mitgereisten Fans des neuen Aachener Karnevalsprinzen Michael II. (Kratzenberg) auf dem Oberrang des Europasaals und gaben damit der frischgebackenen Tollität die nötige Zeit zum Durchatmen.

Denn nach einem fulminanten Prinzenspiel, das erstmals in zwei Akten aufgeführt und vom Publikum frenetisch gefeiert wurde, stand Michael II. sichtlich gerührt auf der Bühne und rang mit den Tränen.

Seine Liebste unter den Hofstaatsdamen: Freundin Rosalie Hagemeyer bekommt ein ganz persönliches Bützchen. Foto: Ralf Roeger

„Mir fehlen etwas die Worte“, räumte er schließlich ein. Sogar der Präsident des Aachener Karnevalsvereins (AKV), Werner Pfeil, fragte sicherheitshalber mal nach: „Alles in Ordnung?“ — „Ja“, seufzte der 35-jährige Versicherungs- und Vermögensberater ins Mikrofon, nachdem er mit Prinzenkette, -zepter, -mütze und —federn sowie einer Urkunde aus den Händen von Oberbürgermeister Marcel Philipp zum Karnevalsprinzen 2016 proklamiert worden war.

Doch dann fand er seine Sprache wieder und dankte allen, die ihn auf dem Weg zum Prinzen begleitet haben: seinen Hofstaatsmitgliedern inklusive Hofmarschall Thomas Jägerberg und Prinzenberater Alwin Fiebus auf der Bühne, seinen Freunden auf der Tribüne, seinem Arbeitskollegen und Ex-Prinzen Dirk Courté, den Sponsoren und natürlich auch seinen Eltern im Saal. Und für seine Freundin Rosalie Hagemeyer, die als Froschkönigin unter den Hofstaatsdamen saß, hatte er ganz persönliche Worte vorbereitet: „Ich liebe Dich und verspreche Dir, nach diesen Wochen wieder Dein Pupsi-Tatsi zu sein.“

Zuvor hatte sein Hofstaat mit tatkräftiger Unterstützung der Tanzwerkstatt Carla Brettschneider, des TN-Boom-Tanzteams sowie der Choreographin Marga Render im Prinzenspiel den Weg der vier aus dem Trickfilm Madagascar bekannten Pinguine Skipper, Kowalski, Rico und Private aus der Antarktis über den indischen Dschungel nach Aachen nachgezeichnet, wo es nach einem Tipp des Teufels zwar „tierisch jeck“ zugehe, sie sich aber in den heißen Quellen aufwärmen könnten. Tierisch jeck waren sie selbst und bewiesen dies dem Teufel mit einer coolen Tanznummer zum Madagascar-Hit „I like to move it“.

Tanz im Mittelpunkt

Dabei nahmen die vier Hofstaatsmitglieder in den Pinguinkostümen allerdings nur Nebenrollen ein, die Hauptarbeit übernahmen die kleinen und großen Tänzerinnen und Tänzer der Tanzwerkstatt Brettschneider sowie von TN Boom unter der Leitung von Marga Render.

Das änderte sich auch nicht im zweiten Teil des Prinzenspiels, in dem die Hofstaatsmitglieder als Elefanten-Frühpatrouille aus dem Dschungelbuch durch den indischen Dschungel marschierten. Und zu auf Öcher Platt umgedichteten Dschungelbuch-Klassikern wie „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ oder „Ich wär’ so gern wie Du“ schwang sich schließlich Michael Kratzenberg als Gorilla verkleidet auf die Bühne, um sich dort nach einem umjubelten Striptease im Konfettiregen als Michael II. zu präsentieren.

„Es hat alles so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte er nach der Proklamation. Hinter der Bühne habe er schwitzend im Kostüm auf seinen Auftritt gewartet. „Das hat die Nervosität sicher noch mal nach oben getrieben. Aber ich musste dann ja nur noch zweimal über die Bühne schwingen und mich ausziehen. Da konnte ja nicht mehr viel schiefgehen.“

Die Idee zum Prinzenspiel sei gemeinschaftlich im Hofstaat geboren worden. „Mein Leibgardist Martin Lücking und mein Hofkutscher Hubert Siebertz haben die Idee dann ausgearbeitet.“ Und gemeinsam mit der professionellen Tanzunterstützung habe bereits das Training großen Spaß gemacht. „Das Prinzenspiel hat, so glaube ich, die Erwartungen erfüllt“, bilanzierte Michael II., der nun hofft, dieses Niveau in der kurzen Session halten zu können. „Da mache ich mir aber keine Sorgen. Ich freue mich darauf.“

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