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Aachen: Galerie „Freitag 18.30“: Die Geburtstagsschau ist ein Geheimnis

Aachen : Galerie „Freitag 18.30“: Die Geburtstagsschau ist ein Geheimnis

Ihren ersten runden Geburtstag feiert die Galerie mit dem Termin im Namen mit der Ausstellung „10.0“. Seriös wie der Titel soll sie werden — „eine richtig gute Ausstellung mit einem Ausblick nach vorn und einer musealen Hängung“, sagt Künstler Kai Savelsberg, der als Mann der ersten Stunde mit Freitag-18.30-Galerist Robert Mertens zusammenarbeitet.

„Wir wollen keine Kirmes, kein Klimbim“. Maler Sascha Berretz, ebenfalls von Anfang an dabei und Mit-Organisator der Geburtstags-Ausstellung, freut sich vor allem auf die Überraschung für den Mertens, die Künstler, die Freunde und die Gäste.

„Robert weiß nicht, was und wie wir hängen. Er befindet sich in der Woche vor der Vernissage im Zwangsurlaub und lässt uns machen, was wir wollen. Ganz knapp vor der Eröffnung kommt er und sieht als erster unsere Ausstellung“, sagt Berretz. „Auch Künstler, die wir ausstellen, wissen kaum etwas.“ Erstmals in den zehn Jahren wird das große Schaufenster während des Ausstellungs-Aufbaus verklebt, damit keiner mitkriegt, was vor sich geht. Man kann davon ausgehen, dass große Ereignisse ihre Schatten vorauswerfen, was zur Galerie passen würde, denn sie wurde tatsächlich Jahr für Jahr interessanter. Einige ihrer Künstler hängen in Museen, viele sind in großen Sammlungen vertreten, der Grad der internationalen Bekanntheit wächst mit den internationalen Künstlern und den internationalen Ausstellungsorten der Aachener Stammkünstler, die schon lange immer wieder bei Robert Mertens zu sehen sind.

„Demnächst werde ich auf Kunstmessen gehen“, erzählt Robert Mertens. „Außerdem plane ich zusätzliche Ausstellungen im Ausland.“ Der Erfolg der einst kleinen Produzentengalerie, die er nach fünf Jahren allein weiter führte und in fünf weiteren Jahren vergrößerte und sehr bekannt machte, spornt ihn an. „Unsere Besucherzahlen sind enorm“, freut sich der Jurist, der als Student 1999 die erste Internetgalerie gründete und darüber zur Kunst kam. „Mehrere hundert Leute sind bei uns auf Vernissagen üblich.“

Unüblich für die Branche ist, dass Mertens mit seinen Künstlern keine Verträge macht: „Bei uns ist es ein gegenseitiges Unterstützen. Wir helfen uns und sind füreinander da. Die Zusammenarbeit dauert so lange, wie es was bringt.“ Was die Geburtstags-Ausstellung bringt, ist noch ein Geheimnis. Aber sie zeugt von großem gegenseitigem Vertrauen. Erfolgreiche Künstler einer wachsenden Galerie können ihren Galeristen und ihre Besucher eigentlich nur mit noch mehr Erfolg und Bewunderung überraschen.