Galerie eröffnet im Aachener Stadtteil Walheim

Neue Kunstgalerie in Walheim : In dieser Galerie steht das Handwerk im Vordergrund

Eine Galerie, die sich auf Vergoldung, auf Rahmen und auf Restauration spezialisiert hat, ist vor einiger Zeit in Walheim eröffnet worden. Wir haben uns einmal umgeschaut.

Man müsste die Blattvergoldung und Restauration eigentlich unter „Artenschutz“ stellen, so selten wie beide Handwerkssparten heutzutage geworden sind. „Sie sind fast ausgestorben“, meint Hubert Niewenhuis. Nicht aber in Walheim: Dort eröffnete der Objekt-Designer kürzlich gemeinsam mit Anja Osenberg die Galerie „PicOrest“, die sich auf Vergoldung, Verrahmung und Restauration spezialisiert.

„Das Handwerkliche soll im Vordergrund stehen“, betont Niewenhuis. Der Standort im Aachener Süden gefiele den Inhabern so gut, weil es dort nur wenige vergleichbare Einrichtungen in der Umgebung gebe. Generell sind Werkstätten, die sich mit Blattvergoldung und Restauration beschäftigen, sehr rar geworden. Vor allem die „Wegwerfgesellschaft“ habe Schuld daran, dass der Erhalt von Werken nicht mehr in den Köpfen der Menschen verankert ist, erklärt Anja Osenberg und ergänzt zuversichtlich: „Aber es kommt wieder.“

In der Vergangenheit vergoldete die ausgebildete Restauratorin zum Beispiel den Wetterhahn, der auf der Spitze des Aachener Doms sitzt. Aber es muss nicht immer etwas Großes sein: „Man kann auch Rahmen vergolden. Kugelschreiber, Walnüsse, alles“, äußern die Beiden unisono.

Dabei muss mit enormer Sorgfalt vorangegangen werden, schließlich solle das ursprüngliche Werk nicht verändert werden. „Es geht darum, den Zustand zu erhalten“, erläutert Osenberg. „Aber es darf nicht ,neu´ aussehen.“ Wieder und wieder sind Proben notwendig, um die Reaktion eines Kunstobjektes auf eine bestimmte Substanz zu prüfen. „Natürlich haben wir unsere geheimen Mittelchen, mit denen wir arbeiten“, sagt Osenberg. Welche das sind, bleibt ein Betriebsgeheimnis.

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