Aachen: Gäste können einen Mini-Dom aus Blei stanzen

Aachen: Gäste können einen Mini-Dom aus Blei stanzen

„Wir feiern ein kleines Jubiläum“, sagt Dombaumeister Helmut Maintz. Denn vor 35 Jahren, im Jahr 1978, wurde der Aachener Dom als erstes deutsches Bauwerk überhaupt in die Unesco-Liste der Welterbestätten erhoben. Mittlerweile sind 36 weitere Denkmäler hinzugekommen.

„Aber das Aachener Münster war die erste frei stehende Kathedrale weltweit, die in der Liste vermerkt wurde“, bemerkt Maintz. Und weil ein Jubiläum gebührend begangen werden will, haben sich Maintz und Werner Schlösser, der Chef von „aachen tourist service“ (ats) zusammengesetzt und beschlossen, am Unesco-Welterbetag, am Sonntag, 2. Juni, ab 13 Uhr einen Tag der offenen Tür anzubieten.

Dass der Öcher Dom ein Magnet ist, weiß Dompropst Helmut Poqué. „Wir liegen in einem Ranking von 100 Plätzen auf Rang 34“, erklärt der Chef des Münsters. Augenzwinkernd vergleicht er: „Die Rüdesheimer Drosselgasse liegt auf Platz 53, die Reeperbahn auf Platz 58.“ Im vergangenen Jahr habe das Münster auf Platz 59 gelegen. „Der Dom befindet sich zurzeit ja auch in einem sehr guten Zustand“, befindet Maintz. Schließlich sei mehr als 30 Jahre saniert und renoviert worden. „Auch die Mosaiken glänzen in voller Pracht.“ Nur solle niemand vergessen, dass der Dom nicht nur eine Sehenswürdigkeit ist, sondern auch eine Kirche, in der Gott angebetet wird.

Der Thron des großen Karl

Der „aachen tourist service“ und das Domkapitel haben sich zum Jubiläumstag ein besonderes Programm ausgedacht. Wegen der Eucharistiefeiern am Vormittag beginnt es am 2. Juni um 13 Uhr und endet um 19 Uhr. Es werden Besichtigungen des Throns Karls des Großen, der Annakapelle und der Nikolauskapelle stattfinden. „Dabei wird die Nikolauskapelle gegen 16 Uhr wieder geschlossen, weil eine eucharistische Anbetung stattfindet.“ Auch wird die Chorhalle, das Glashaus, für Dombesucher geöffnet. „Ins Glashaus kommt man sonst eher selten hin“, kommentiert Maintz. Ein Einführungsfilm wird Informationen über den Dom näherbringen. Und um zu demonstrieren, wie schwer es ist, Blei zu stanzen, können Besucher mit Unterstützung von Helfern des Welt­erbetagteams kleine „Bleidömchen“ stanzen. Im Info-Zelt des „aachen tourist service“ werden Information über Aachen, auch zu den Stadtführungsangeboten, bereitgestellt.

Am Info-Zelt wird auch die Anmeldung und der Treffpunkt für die Kinderführungen im Dom sein. Von 13 bis 16 Uhr finden stündlich die Führungen mit neuen Kinderführern statt, wobei die Dauer noch nicht genau feststeht. Die kleinen Gäste werden in Gruppen durch den Dom geleitet. Die Gruppen finden sich zu maximal zehn Personen zusammen und sollten dies Anzahl nicht überschreiten. „Kinder führen Kinder“ sagt Günter Schulte, Verwaltungsleiter des Domkapitels.

Wenn man Vorträgen über „Denkmalbereichssatzung Innenstadt — eine Pufferzone für das Welterbe“ lauschen will, sollte Monika Krücken, Chefin der städtischen Denkmalpflege, zuhören. Marc Wietheger referiert nach Monika Krücken zum Thema „Pfalzenforschung aus der Perspektive der Bauforschung“, und gleich nach ihm folgt der nächste Vortrag von Prof. Harald Müller über „Pfalzenforschung aus der Perspektive der Archäologie“ im Raum 1 der Dominformation. Jeder einzelne dieser Vorträge dauert ungefähr 30 Minuten und findet im Zeitraum von 14 bis 16 Uhr statt. Nach jedem Referat gibt es auch Zeit für Diskussionen.

„Pilgersenf“

Ein großes Angebot von Dom-Sekt bietet das Weinhaus Lesmeister an, und die Karolus Manufaktur Aachen stellt Senf aus ihrer Senfmanufaktur zum Verkauf bereit. Dieser Senf wird als „Pilgersenf“ bezeichnet. Wer alte Reliquien und die Büste Karls des Großen bestaunen möchte, hat die Chance auf kostenlosen Eintritt in der Domschatzkammer für den Tag der offenen Tür. „Jeder ist willkommen“, werben Maintz und Schlösser.