Aachen: Fußball kommt bei Mädels gut an

Aachen: Fußball kommt bei Mädels gut an

Pünktlich zum Anpfiff schaut auch die Sonne hervor: Es stimmte einfach alles beim großen Mädchen-Fußballturnier im Rahmen des NRW-Projektes „Mädchen mittendrin“ in Trägerschaft des Aachener „Fördervereins Integration durch Sport“ auf dem Sportplatz des VfR Forst.

Viele bekannte Gesichter konnte Organisatorin Uschi Brammertz unter den knapp 100 Teilnehmerinnen ausmachen. „Fußball kommt bei den Mädchen an, und einmal angefangen bleiben sie lange dabei“, freute sich Brammertz.

Das Turnier mit anschließendem Grillfest diente als Einstimmung für ein fünftägiges Fußball-Camp in Simmerath in der Eifel, an dem rund 70 Schülerinnen teilnehmen. All dies wird nur durch das große Engagement der Beteiligten — allen voran Uschi Brammertz — sowie die große finanzielle Unterstützung des Nele und Hanns Bittmann e. V. — Hilfsfonds für Kinder in Not in der Region Aachen möglich.

Frank Prömpeler vom Hilfsfonds weiß, dass das Geld hier in die rchtigen Hände gelangt: „Wir spenden gerne 5000 Euro, um für die Kinder zum Beispiel Turnschuhe, Schlafsäcke und Isomatten anschaffen zu können“, erklärt er. Die Begeisterung der Mädchen für den Fußball sei groß — eigene Sportschuhe könne sich aber noch lange nicht jede der Teilnehmerinnen leisten.

Viele der Mädchen kommen aus dem sozialen Brennpunkt im Ostviertel. „Der gemeinsame Sport hat hier eine integrative Funktion, stiftet ein Zusammengehörigkeitsgefühl“, erklärt Brammertz. Angefangen hatte das Turnier mit einem Kinderfest vor zwei Jahren. Im vergangenen Jahr fand das Turnier bei Rhenania Rothe Erde statt. Dort reichte der Platz nicht mehr aus. Der großen Nachfrage gerecht wird nun die Anlage des VfR Aachen-Forst.

Mädchenfußball-AGs mit insgesamt rund 150 regelmäßigen Teilnehmerinnen gibt es bislang an den Grundschulen Barbarastraße, Bildchen, Driescher Hof, Düppelstraße, Mataréstraße und Passstraße. Ideen für eine Erweiterung hat Brammertz viele parat. „Aktuell bemühen wir uns, eine AG am Geschwister-Scholl-Gymnasium zu gründen. Viele Mädchen bedauern, dass nach Klasse 4 Schluss ist mit Fußball, deshalb wollen wir gerne eine weiterführende Schulen mit dazunehmen“, erklärt die Organisatorin den Zukunftsplan. Das Gymnasium liege inmitten der am Projekt beteiligten Grundschulen und sei damit idealer Schauplatz für eine weitere AG.

„Es ist toll, wenn man die Entwicklung verfolgt: Die Mädchen konnten sich in Sachen Schnelligkeit deutlich verbessern, haben mittlerweile viele Tricks gelernt“, freut sich die 15-jährige Aydin Burcu. Die Schülerin der Hugo-Junkers-Realschule betreut seit einem halben Jahr die AG an der KGS Passstraße, macht jetzt sogar eine C-Lizenz als Trainerin. Natürlich wächst bei Aydin und den anderen Mädchen die Vorfreude auf die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien: „Dann wollen wir gerne gemeinsam Spiele anschauen und wetten!“

Viele Eltern, Freunde und Geschwister der Mädchen verfolgten die spannenden Spiele. Neben dem Schulpokal, der unter den teilnehmenden Schulen ausgespielt wurde, erhielt jedes Mädchen eine Medaille. Darüber hinaus stiftete die Aachener Bank einen Mannschafts-Überraschungspreis. Das Siegerteam erhielt einen nagelneuen Trikotsatz.