Aachen: Fürs Spielcasino hat sich der Umzug zum Tivoli gelohnt

Aachen : Fürs Spielcasino hat sich der Umzug zum Tivoli gelohnt

Der Umzug vom Neuen Kurhaus zum Tivoli hat dem Aachener Spielcasino offenbar gut getan. „Für uns hat sich das gelohnt, wir sind wirklich zufrieden“, sagt Westspiel-Sprecher Marco Lippert. Er rückt damit zugleich die jüngsten Veröffentlichungen über die Krise der NRW-Casinos in ein etwas anderes Licht.

Denn laut Lippert sei Westspiel, Betreiber von insgesamt vier Spielbanken im Land, inzwischen zuversichtlich, die Talsohle durchschritten zu haben. So habe sich das Bruttospielergebnis in Aachen in diesem Jahr um zehn Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr erhöht. „Wir sehen wieder Licht am Ende des Tunnels“, meint er. 5,8 Millionen Euro konnten zwischen Januar und September eingespielt werden. Damit könne man zufrieden sein.

Die einstmals goldenen Zeiten der Branche, in denen das Aachener Casino auch der Stadt noch ansehnliche Beträge überweisen konnte, dürften jedoch unwiederbringlich vorbei sein. Zu groß ist die Konkurrenz im Internet und der vielen privaten Sportwettenanbieter. So musste auch der Standort Aachen im Jahr 2014 einen weiteren Besucherrückgang um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften. Rund 88.000 Glücksspielritter wurden demnach im vergangenen Jahr im Aachener Casino gezählt.

Für das laufende Jahr könne noch keine Prognose zu den Besucherzahlen gegeben werden, sagt Lippert. Auch gebe es noch keine belastbaren Zahlen für den neuen Standort am Tivoli, der im Juni bezogen worden ist. Allgemein teilt er jedoch mit, dass sowohl das Automaten- als auch das klassische Spiel wieder besser laufe als im Vorjahr. Und: „Der neue Standort wird gut angenommen.“ Von den Kunden gebe es gute Rückmeldungen, gelobt werde auch die gute Verkehrsanbindung. „Wir glauben, dass der Zuspruch weiter wachsen wird“, so Lippert.

Das Spielcasino im Tivoli ist bislang lediglich als Ausweichstandort für die Zeit der Sanierung des Neuen Kurhauses gedacht. Mehr als 20 Millionen Euro sind für den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes an der Monheims­allee veranschlagt, die ohne das Casino als Nutzer kaum aufgebracht werden können.

Ob es allerdings an den alten Standort tatsächlich zurückkehrt, hat Westspiel davon abhängig gemacht, ob ein weiterer Partner gefunden werden kann, der zusätzlich Publikum anlockt. Noch dauert diese Suche an.

(gei)
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