Aachen: Für Tobias braucht Familie Cremer eine neue Wohnung

Aachen: Für Tobias braucht Familie Cremer eine neue Wohnung

Die Familie Cremer aus Brand hat es schwer getroffen. Händeringend sucht sie eine behindertengerechte Wohnung, die mindestens vier Zimmer mit einem entsprechenden Bad hat, die aber höchstens 1000 Euro warm kosten darf. Denn die derzeitige Wohnung in der Ringstraße ist viel zu eng, wenn am 21. Dezember Sohn Tobias als zurzeit nicht therapierbar aus dem Krankenhaus nach Hause entlassen wird.

Das Unglück der Familie begann im August. Tobias machte mit seinen Freunden auf dem Motorroller einen Ausflug. „Der Roller war aufgemotzt“, sagt seine Mutter Martina. In Würselen passierte es dann. Irgendwie musste der Junge, der 90 Sachen drauf hatte, bremsen und fiel kopfüber auf die Straße. Ohne Helm!

„Im Krankenhaus musste Tobias entdeckelt werden“, erklärt seine Mutter. Seine Schädeldecke wurde abgenommen, Tobias hatte bei dem Unfall Hirnblutungen und Hirnquetschungen erlitten. Sieben Wochen lang lag er im Koma. „Wir waren heilfroh, dass er uns nach dem Erwachen wieder erkannte und auch wusste, wer er selbst war“, erzählt Martina Cremer mit Tränen in den Augen.

Bald wurde Tobias zur Frühreha nach Vallendar verlegt. „Dort fiel er eines Tages hin“, erinnert sich sein Vater Jens. Unter der wieder aufgesetzten Schädeldecke hatte sich ein Keim gebildet. Sofort wurde er von Vallendar aus in ein Koblenzer Krankenhaus gebracht. 60 Prozent seiner Schädeldecke nahmen dort die Ärzte wieder weg. „Er liegt nach wie vor auf der Intensivstation“, sagt die Mutter. Vater und Mutter wechseln sich ab, um ihrem Sohn im Koblenzer Krankenhaus Hoffnung zu geben.

„Zuhause muss es ja auch weiter laufen“, sagen beide. Da ist die elfjährige Saskia, die die Realschule besucht und die 21-jährige Tochter Jessica mit dem kleinen Enkel. Martina Cremer ist bereit, mit ihrer Arbeit als Behindertenassistentin beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) kürzer zu treten, denn sie weiß, dass ihr Sohn Tobias ein absoluter Pflegefall ist. „Er wird künstlich ernährt, er wird zeitweise beatmet und muss regelmäßig abgesaugt werden“, beschreibt sie die Pflegeintensität.

Die Türöffnungen in der jetzigen Wohnung sind für Tobias‘ Spezialrollstuhl zu eng. „Und auch das Badezimmer ist nicht geeignet“, erklärt die Mutter. Den Sohn wollen die Eltern keinesfalls in eine Pflegeeinrichtung geben. „Nein, er soll bei uns bleiben“, sagen sie, und blicken sorgenvoll in die Zukunft. Denn das Koblenzer Krankenhaus besteht auf einer Entlassung des schwer kranken Patienten. Für die Ärzte ist Tobias austherapiert.

Schlechte Karten

„Es wäre schön, wenn wir auf diesem Weg eine Wohnung finden würden“, spricht Martina Cremer diesen Wunsch leise aus. Denn ihre Familie hat auf dem Wohnungsmarkt schlechte Karten. Drei Kinder, ein Enkel, zwei Katzen und ein seit drei Jahren laufendes Insolvenzverfahren.

„Dabei ist sicher, dass wir die Miete bezahlen, denn wir dürfen ja gar keine Schulden machen“, wirbt Sven Cremer, der als Altenpfleger arbeitet, um Verständnis. Wer helfen möchte, der kann sich bei der Familie Cremer unter der Telefonnummer 0241/9904578 melden.

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