Aachen: Für ein richtig inklusives Leben

Aachen: Für ein richtig inklusives Leben

Inklusion ist gelungen, wenn jeder Mensch von der Gesellschaft akzeptiert wird — genau so, wie er ist, und weil Unterschiede normal sind. Mit diesem Spruch wirbt die „Aktion Mensch“, dafür, dass aus dem Nebeneinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein Miteinander wird.

„Wir alle“, das von der „Aktion Mensch“ geförderte trägerübergreifende Inklusionsprojekt von Stadt und Städteregion Aachen ist seit seinem Start im vergangenen September erfolgreich angelaufen. Der Trägerverbund besteht aus dem ABK-Hilfswerk, der Josefsgesellschaft Vinzenz-Heim, dem Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen, den Caritas-Lebenswelten, den Alexianern und der Lebenshilfe Aachen. Für drei Jahre ist die finanzielle Förderung mit knapp 500.000 Euro mit einem Träger-Eigenanteil über 30 Prozent gesichert.

„Ziel der Kooperation ist, die Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention in der Stadt und Städteregion Aachen voranzutreiben. Danach sind alle Kommunen verpflichtet, ein Umfeld zu schaffen, das das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung stärkt“, erklärt Projektkoordinatorin Isolde Conradus von der Lebenshilfe.

Im Ludwig-Forum kam sie jetzt mit vielen Netzwerkpartnern zusammen, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. „Mit vielen Aktionen und Veranstaltungen konnten wir die Inklusion in Aachen-Nord, Burtscheid, Aachen-Westpark und Monschau/Simmerath auszubauen und festigen“, sagt Conradus. Dazu seien Kooperationen mit verschiedenen Vereinen, Museen, Bildungseinrichtungen und Kommunen geschlossen worden. „Wir wollen weitere Bürger, Vereine und Institutionen begeistern, bei uns mitzumachen. Das Projekt soll von unten wachsen“, fordert Conradus.

Für jeden Sozialraum gibt es einen Manager, der ein individuelles Konzept für den Stadtteil entwickelt — zusammen mit Kooperationspartnern und Menschen mit und ohne Behinderung, die Lust haben, ihren Stadtteil inklusiver zu gestalten. „Wir hatten ein Forum, zu dem 60 Interessierte gekommen sind. Ein Großteil ist noch aktiv bei der Sache. Die Zusammenarbeit ist lebendig, wir hatten eine Kreativtag mit der Bleiberger Fabrik, eine barrierefreie Führung zu historischen Hintergründen im Westviertel, ein Oktoberfest in der Alten Brennerei“, beschreibt Rebecca Dufke, Sozialraummanagerin von „Gemeinsam leben am Westpark“. Auch Monika Zimmermann, Sozialraummanagerin von „Gemeinsam leben in Burtscheid“, kann Positives berichten: Ein Sponsorenlauf mit dem BTB und Kindern und Jugendlichen vom Vinzenzheim war ein großer Erfolg.

„Das Thema Inklusion ist wenig griffig. Es geht uns darum, Menschen und Interessen zusammenzubringen. Wir setzen vor Ort an, wo Menschen leben und einkaufen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen“, sagt Herbert Frings, Geschäftsführer der Lebenshilfe Aachen. Ihn würde es freuen, wenn die Idee Früchte trägt und das Projekt von anderen aufgegriffen würde.

Wichtig bei allen Aktivitäten ist die Barrierefreiheit. „Unser Treffpunkt, die Mulde im Ludwig-Forum, ist nicht behindertenfreundlich und somit ein Sinnbild für unsere Ziele“, sagt Conradus. Im Aachener Norden planen Sozialraummanagerin Maike Beckers und ihre Mitstreiter einen inklusiven Kunstworkshop, „um Berührungsängste abzubauen“.

Und Miriam Hartmann vom Abenteuerspielplatz Kirschbäumchen könnte sich einen „Inklusiven Kaninchenstall“ vorstellen, in dem Tiere mit Behinderungen ihren Platz haben. Interessierte können sich an Isolde Conradus von der Lebenshilfe Aachen, Adenau­erallee 38, 52066 Aachen, Telefon 0241/413 44 54 332, E-Mail: koordination@wir-alle-ac.de. Infos gibt es bald unter http://www.wir-alle-ac.de wenden.