Aachen: Für den Wohnungsbau an der Franzstraße werden Ideen gesucht

Aachen: Für den Wohnungsbau an der Franzstraße werden Ideen gesucht

Von einem innerstädtischen Filetstück war schon die Rede, als die Hauptschule an der Franzstraße vor zweieinhalb Jahren geschlossen wurde. Nun will die Stadt Schwung in die Sache bringen und das „Filetstück“ mit Hilfe eines sogenannten Realisierungswettbewerbs zum Wohngebiet weiterentwickeln.

Nach jetzigem Stand soll ein gut 4450 Quadratmeter großes Grundstück der ehemaligen Klaus-Hemmerle-Hauptschule überplant werden, wie es die Verwaltung in einer Vorlage für die Planungspolitiker darlegt.

Entgegen früheren Plänen sollen mehrere Gebäudeteile nicht angetastet werden, darunter die Sporthalle, die saniert wird und weiterhin für den Schulsport zur Verfügung stehen soll, sowie ein daran angrenzender Bau, der zu einer viergruppigen Kindertagesstätte umgebaut werden soll. Unangetastet soll auch der Spielplatz bleiben, der sich im Eck hinter dem WDR-Gebäude an der Karmeliterstraße und hinter der Häuserreihe am Boxgraben befindet.

Die übrigen Gebäudeteile, von denen einige voraussichtlich jedoch noch bis Ende 2017 für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden, sollen dann abgerissen werden. Schon jetzt soll jedoch der geplante Wettbewerb Klarheit über die weitere Entwicklung des Areals bringen.

Den Planbereich hat die Stadt inzwischen an den Aachener Immobilienentwickler Jens Graaf, Geschäftsführer der agp Aachen GmbH, verkauft. Er musste sich verpflichten, das Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens umzusetzen.

Entstehen soll aus Sicht der Stadt ein neues Wohnquartier für unterschiedliche Nutzergruppen. Verpflichtend wird ein Anteil von Sozialwohnungen sein. Verpflichtend ist aber auch der Bau einer Seniorenpflegeeinrichtung. Dort könnte etwa das „Haus Anna“ einziehen, dessen Einrichtung an der Franzstraße nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht.

Darüber hinaus können aber auch Familien oder Studenten angesprochen werden. „Die Gebäude sollten im Rahmen des Wettbewerbs noch einen hohen Grad an Flexibilität aufzeigen“, heißt es in den Wettbewerbsunterlagen.

Den Planern wird zudem „eine intensivere Durchgrünung“ des Quartiers nahegelegt. Gedanken müssen sie sich zudem um eine ansprechende Gestaltung des öffentlichen Raums entlang der Franzstraße machen. Und nicht zuletzt müssen sie auch auf die Baudenkmäler im nahen Umfeld Rücksicht nehmen.

Warnend fügt die Verwaltung hinzu, dass auf dem Gelände mit archäologischen Funden zu rechnen ist. Aufgrund früherer Funde vermutet man, dass der Bereich einst Teil eines antiken Töpferviertels war.

Vermarktungsprobleme wird der Investor kaum befürchten müssen. Die Lage gilt als ideal: fußläufig sind Dom und Rathaus, der Hauptbahnhof und nicht zuletzt auch viele Geschäfte und Restaurants zu erreichen. Selbst die RWTH ist schnell erreichbar. Ein Filetstück eben.

(gei)