Aachen: Für den „SpielRaum“ zeichnet sich eine Lösung ab

Aachen : Für den „SpielRaum“ zeichnet sich eine Lösung ab

Die schwarz-rote Ratsmehrheit hat offenbar einen Kompromiss gefunden, um den Streit um die Räumlichkeiten für das Betreuungsangebot an der Grundschule Kornelimünster beizulegen. Die Schulpolitiker von CDU und SPD hoffen damit zugleich, die Eltern der dortigen Grundschüler besänftigen zu können.

Denn den neuen Plänen zufolge würde sich ein Umzug der Nachmittagsbetreuung „SpielRaum“ erübrigen, sie könnte weiterhin die Räume im Altbau neben der modernisierten Grundschule nutzen.

So viel Komfort gibt es in vielen anderen Schulen der Stadt nicht, und das war auch der Grund für die Pläne seitens der Schulverwaltung und der schulpolitischen Lenkungsgruppe, den Altbau aufzugeben. Der Verein „SpielRaum“ sollte demnach mit seinem Betreuungsangebot künftig die umgebauten Schulräume „multifunktionell“ nutzen — so wie es in anderen Schulen auch üblich ist.

Was mit dem denkmalgeschützten und sanierungsbedürftigen Altbau passieren sollte, blieb zunächst unklar. Von Seiten der Eltern, der Schulpflegschaft und des Fördervereins hagelte es umgehend nach Bekanntwerden der Umzugspläne jedoch heftigen Protest, der in diverse politische Gremien getragen wurde. Auf der Ratssitzung kurz vor Weihnachten überbrachten Elternvertreter Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) knapp 2700 Unterschriften mit der Kernforderung: „Wir wollen unsere Räume behalten.“

Philipp kündigte damals noch längere politische Beratungen an, doch jetzt scheinen sich CDU und SPD recht schnell und noch dazu vor einem für den 24. Januar terminierten runden Tisch mit Eltern- und Schulvertretern sowie den Politikern aller Fraktionen auf eine Lösung verständigen zu können.

Sie sieht vor, den Altbau zwar tatsächlich aus der schulischen Nutzung rauszuziehen, ihn aber dennoch im städtischen Besitz zu halten. Der marode Bau soll dann für Vereinszwecke hergerichtet und den örtlichen Vereinen überlassen werden. Nutzen könnte ihn damit auch weiterhin der „SpielRaum“ e.V. für sein Betreuungsangebot, darüber hinaus aber auch viele weitere Vereine im Bezirk.

Schuletat nicht belastet

Der Kniff hätte unter anderem zur Folge, dass die fälligen Sanierungskosten — die auf rund eine Million Euro geschätzt werden — nicht mehr aus dem Schuletat bezahlt werden müssten. Das Geld steht damit für andere Schulen zur Verfügung, die es dringender benötigen — was eines der Hauptanliegen der Schulpolitiker ist.

Erwartet wird ferner, dass die Sanierungskosten etwa aufgrund anderer gesetzlicher Anforderungen an den Brandschutz und auch wegen der möglichen Eigenleistungen durch die Vereine gesenkt werden können. Auch derzeit nicht zugängliche Räume in den Obergeschossen sollen wieder nutzbar gemacht werden.

In Reihen der Mehrheitsfraktionen ist man überzeugt, eine gute und „friedensstiftende“ Lösung für den Bezirk, die dortigen Vereine und eben auch für das Betreuungsangebot der Grundschule gefunden zu haben. Noch am Dienstag sollte auch Bezirksbürgermeister Jakob von Thenen informiert werden. Die CDU-Fraktion muss darüber noch am kommenden Montag befinden, die SPD hat bereits Zustimmung signalisiert. An der Formulierung einer Ratsvorlage soll zügig gearbeitet werden.

Vorgesehen ist dann auch, die Vereine aus dem Bezirk anzuschreiben und für eine Nutzung des Hauses zu erwärmen. Erübrigt hätte sich die Frage, was man mit einem denkmalgeschützten und baufälligen Gebäude, das nur über einen Schulhof zu erreichen ist, ansonsten hätte anfangen sollen. Weder hätte die Stadt es einfach verfallen lassen können, noch wäre es wohl zu verkaufen gewesen. Als Haus für Vereine dürfte es hingegen eine gesicherte Zukunft haben.

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