Aachen: Für das THW in 22 Ländern im Einsatz: Gerhard Escherich

Aachen : Für das THW in 22 Ländern im Einsatz: Gerhard Escherich

Dass sein Leben eintönig und in ruhigen Bahnen verlaufen sei, möchte der ehemalige Geschäftsführer des Technischen Hilfswerks (THW) Aachen, Gerhard Escherich, an seinem 80. Geburtstag ganz gewiss nicht behaupten. So lud er nicht nur Familie und Freunde, sondern auch viele seiner Weggefährten in den Saalbau Kommer nach Forst ein.

Und seine Gäste bezeugten den eindrucksvollen Wirkungskreis des nach wie vor dynamischen Jubilars: THW, Ehrendienst des Aachener Doms, Aktionskreis Aachener Dom, Schützenbruderschaft St. Katharina Forst und Seniorenmessdiener der Forster Pfarre. Viele waren gekommen, um einen Mann zu ehren, der sich bis heute in hohem Maße ehrenamtlich engagiert.

„Gerd kann man jederzeit anrufen. Stets ist er bereit, einzuspringen, wenn man ihn braucht“, betonte der Leiter des Aktionskreises Aachener Dom, Hubert Küchen. Auch der Einsatzleiter des THW, Helmut Kellner, fand in seiner Laudatio nur lobende Worte.

Gelernter Buchdrucker

Als Kind erlebte Escherich, der am 6. Oktober 1936 in Köln zur Welt kam, die Schrecken des Krieges. Nach dem Schulabschluss folgte eine Lehre als Buchdrucker. Die Arbeit führte ihn nach Köln, Düsseldorf und schließlich nach Aachen. Dort begann eine erste ehrenamtliche Karriere als freiwilliger Helfer beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), wo er auch seine Ehefrau Helene kennen lernte. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter sowie fünf Enkel hervor.

Noch im Jahr seiner Hochzeit, 1962, wechselte Escherich zum THW. Hier übernahm er sämtliche ehrenamtliche Tätigkeiten wie beispielsweise in der Fernmeldegruppe und im Luftschutzdienst. Schließlich durchlief er eine Karriere als Gruppen-, Zug- und Bereitschaftsführer des LS-Bergungsdienstes, bis ihm 1970 die Einstellung als hauptamtlicher Geschäftsführer für den Bereich Aachen angeboten wurde.

Ab dann war er in 22 Ländern im Einsatz. Bei der Havarie des Öltankers „Amoco Cadiz“ vor der bretonischen Küste unterstützte das THW 1978 die Feuerwehr. Es folgten Erdbebeneinsätze in Algerien, Süditalien, Mexiko und Armenien sowie Hochwassereinsätze in den Niederlanden. Gemeinsam mit seinen Kollegen war er für Transporte in Rumänien und Russland, die Erkundung der Versorgungslage in der Ukraine und Weißrussland, für Strom- und Wasserversorgung kurdischer Flüchtlinge sowie den Bau von Wasserleitungen in Somalia zuständig.

Auch nach seinem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand hält Escherich seinem THW weiterhin die Treue, so stand er im Jahr 2000 in Bordeaux nach dem Orkan „Lothar“ den Franzosen zur Seite. Aber auch in anderen Bereichen des THW möchte man bis heute nicht auf seine — nun ehrenamtliche — Mitarbeit verzichten.

Zahlreiche Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften, darunter unter anderem THW-Helferzeichen in Gold mit Kranz, Verdienstmedaille der Fédération Nationale de Protection Civile Francaise, Ehrennadel der Feuerwehr der Stadt Aachen, Ehrenmitgliedschaft in der mexikanischen Ehrenlegion, Verdienstmedaille des niederländischen Katastrophenschutzes, Bundesverdienstkreuz, THW-Ehrenzeichen in Gold, Verdienstmedaille 2. Klasse in Silber für Mut und Hingabe der Französischen Republik, erinnern ihn an seine Einsätze und ein ereignisreiches Leben.