Aachen: Fünf Aachener Moscheen öffnen Dienstag ihre Türen

Aachen : Fünf Aachener Moscheen öffnen Dienstag ihre Türen

Der Tag der offenen Moschee, der bundesweit regelmäßig am 3. Oktober stattfindet, steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Gute Nachbarschaft - Bessere Gesellschaft“. Auch fünf muslimische Gemeinschaften in Aachen nehmen an dem Aktionstag teil und öffnen ihre Gebetsräume für alle Interessierten.

Heute verbreiten sich Informationen mit rasanter Geschwindigkeit über den Globus. Trotz vielfältiger Kommunikationsmöglichkeiten scheinen Vorurteile aber nicht abzunehmen, befürchten die Verbände der Muslime in Deutschland. „Bewusste oder unbewusste Verbreitung von „fake news“ und Vorurteilen haben tiefe Gräben in unserer pluralistischen Gesellschaft aufgerissen“, schreiben die Organisatoren des Tags der offenen Moschee in einer Pressemitteilung. So würden häufig Differenzen zwischen Religionen und Kulturen als unüberwindbare Hürden für das Zusammenleben dargestellt. Umso wichtiger sei es, richtige und falsche Informationen voneinander zu trennen und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Nachbarschaft ist großes Thema

Für einen besseren gesellschaftlichen Umgang sind in den Augen vieler Muslime Nachbarschaften und ein freundschaftliches Verhältnis unter Nachbarn unabdingbar. Überhaupt ist Nachbarschaft im Islam ein wichtiges Thema. „Nachbarschaft bildet nach der Familie die kleinste Einheit gesellschaftlichen Miteinanders. Wenn der Zusammenhalt hier gelingt, funktioniert das friedliche Zusammenleben auch auf gesellschaftlicher Ebene“, so die Organisatoren des Tags der offenen Moschee.

In Aachen öffnet die Bilal-Moschee, Professor-Pirlet-Straße 20, in der Zeit von 11 bis 17 Uhr ihre Türen für Besucher. In dieser Zeit werden Führungen angeboten, in denen auch die Möglichkeit zum offenen Austausch gegeben wird. Gelegenheit, die islamische Kultur kennenzulernen, gibt es an Kunst- und Bücherständen.

Die Yunus-Emre-Moschee des türkischen Moscheevereins Ditib, Stolberger Straße 209, wird ebenfalls von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein, auch wenn die offizielle Eröffnung des großen Gotteshauses noch verschoben worden ist. Neben dem zentralen Gebetsraum gibt auch jetzt schon viel zu sehen. Die Moschee ist als Gebetsstätte, aber auch als großes Begegnungszentrum konzipiert.

Auch die Mansoor-Moschee, Feldstraße 47, beteiligt sich am Tag der offenen Moschee. Neben einer Ausstellung über den Islam wird ein buntes Familienprogramm angeboten. Ein besonderer Service wird für Radfahrer angeboten: Ein Boxenstopp mit Getränkeservice.

An der Ottostraße 37 lädt die Gemeinde der Eyüp Sultan Moschee in der Zeit von 13 bis 17 Uhr alle Besucher ein. Nach der Begrüßung und gemeinsamem Gebet wird es Führungen, ein offenes Buffet und ebenfalls die Möglichkeit zum Austausch mit den Gläubigen geben.

Ebenfalls geöffnet sind am Dienstag die Tore der Islamischen Gemeinschaft Bosnien-Herzegowina, Eisenbahnweg 28. Die Aachener Gemeinde ist die älteste bosnisch-islamische Gemeinschaft in Deutschland.

Der Tag der offenen Moschee fand erstmals 1997 statt. 2007 hat der Koordinationsrat der Muslime (KRM) die Federführung für diesen Tag des Miteinanders und Kennenlernens übernommen. Jährlich kommen nach Angaben des Rats etwa 100.000 Besucher in mehr als 1000 Moscheen im Bundesgebiet. Die Begegnungen, Dialoge und das Teilen gemeinsamer Momente sollen allen Teilnehmern Hoffnung, Kraft und Zuversicht für das Miteinander in der Gesellschaft spenden.

(slg)