Aachen: Frost verhindert Absperrungen mit Pollern am Tivoli

Aachen: Frost verhindert Absperrungen mit Pollern am Tivoli

Eigentlich sollte Michael Günter am Samstagvormittag die Straßen rund um den Tivoli absperren. So will es das Anwohnerschutzkonzept bei Heimspielen der Alemannia.

Doch Günter, Leiter der Verkehrskadetten, und seine Helfer konnten die rot-weißen Poller, die die Seitenstraßen dicht machen sollen, nicht aufstellen. Der Frost machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Eine Temperatur von minus elf Grad Celsius machte es unmöglich, die Schlösser an den Pollern oder die Halterungen im Asphalt zu öffnen. „Selbst wenn wir sie aufbekommen würden, könnten wir die Absperrungen nicht aufbauen. Das würde festfrieren. Dann müssten wir auf Tauwetter warten, um alles wieder abzubauen”, sagte Günter. Und so lange will man den Anwohnern die Durchfahrt nicht blockieren. Bei den Anwohnern gehen die Meinungen zum Anwohnerschutzkonzept ohnehin weit auseinander. Manche freuen sich darüber, dass die Fußballfans nicht vor ihren Häusern parken dürfen. Andere ärgern sich darüber, dass sie kurz vor Spielbeginn nur durch wenige „Schleusen” aus dem Viertel herausfahren können.

Das zeige, dass es bei politischen Entscheidungen immer unterschiedliche Interessen gebe, die man nicht immer alle berücksichtigen könne, erklärte Roland Jahn, Vorsitzender des Mobilitätsausschusses. Damit meint er etwa Beschwerden von Anwohnern, dass Besucher an Spieltagen nicht zu ihnen durchkämen. Jeder Bewohner könne für seine Besucher zusätzliche „Ausweise” beantragen, mit denen sie an den Sperren vorbeikommen, erklärte Jahn.

Trotzdem: „Bei solchen Entscheidungen benachteiligt man auch einige ein wenig”. Daher müssen sich die Verkehrskadetten, die das Anwohnerschutzkonzept umsetzen, einiges von den Autofahrern anhören - „sowohl von Anwohnern, als auch von Fußball-Fans”, sagte Günter. Doch die meist jungen Kadetten haben schon ein dickes Fell. Der 19-Jährige Pascal Förster ist schon seit fünf Jahren dabei. „Leute, die nur einen Anwohner besuchen wollen, sind meistens nur überrascht. Dann fahren sie einfach außen rum. Die Anwohner selber haben diese Situation aber alle zwei Wochen, die sind manchmal schon genervt”, erklärte er. Doch es bleibt nicht immer bei Diskussionen: „Mir hat sogar mal jemand so einen Metallpoller hinterhergeworfen”, erzählt Verkehrskadett Kevin Urbach.

Wegen der Rücksichtslosigkeit vieler Fahrer können die Kadetten die Nebenstraßen nicht ohne die fest im Boden stehenden Sperren dicht machen. „Wenn wir nur Pylonen aufstellen würden, würden die Leute die einfach umfahren”, sagte Günter. An einer Stelle musste sie aber trotzdem absperren - den Soerser Weg auf Höhe des Reitstadions. Günter: „Das steht so im Bebauungsplan.”