Reinrassig: Frontfrau von And Then She Came trägt Rock...

Reinrassig : Frontfrau von And Then She Came trägt Rock...

And Then She Came haben es wieder getan: Befeuert von den positiven Reaktionen auf ihr Debütalbum aus dem Jahr 2016 hatten sich Sängerin Ji-In Cho, Gitarrist Olli Singer, Bassist Frank Stumvoll und Schlagzeuger S.C. Kuschnerus in Klausur begeben, um einen würdigen Nachfolger zu schreiben und aufzunehmen.

Live präsentiert die Formation das Album „Kaosystematiq“ am Freitag, 21. September, ab 19.30 Uhr im Saalbau Rothe Erde, Hüttenstraße 45. Im Vorprogramm spielen Grey Attack und Orang Bati.

Herausgekommen ist beim den Aufnahmen im Aachener Studio von Stumvoll ein spannendes und abwechslungsreiches Werk, das seinen ambivalenten Titel und das transzendente Artwork zu Recht trägt: So vielschichtig die Songs sind, so sehr werden sie geeint durch den ATSC-eigenen Sound. Den bezeichnet die Band selber als Adrenalectrica, eine Melange aus den Vorlieben der Mitglieder, die also Rock, Metal, Gothic, Pop, Soundtrackeinflüsse und Waveversatzstücke miteinander kombiniert.

Einerseits findet sich auf „Kaosystematiq“ Griffiges wie der Ohrwurm „Perfect As You Are“, der wildentschlossene Schieber „Sick Of You“ oder „I Just Cannot Trust Myself“ mit eingebautem Kopfnicker. Am anderen Ende des Spektrums bietet der Vierer um Sängerin Ji-In komplex-atmosphärische Nummern wie „When Liberty Died“, „As The Battle Rages On“ und „Where Evil Goes To Die“.

Die Songtitel verraten bereits, dass And Then She Came wieder Themen anpacken, die sich fernab von Profanem bewegen. „Kürzlich wurde im Rahmen einer Reportage die Behauptung aufgestellt, dass die deutsche Musiklandschaft nurmehr Oberflächliches hervorbringe,“ ereifert sich ATSC-Texter Kuschnerus. „Sehr ärgerlich, besonders für die vielen Kollegen, die sich mit spitzer Feder und viel Herzblut ans Werk machen. Und eine Beleidigung für die Fans, denen inhaltliche Tiefe etwas bedeutet. Wir werden jedenfalls des Versuchs nicht müde, Substanzielles zu transportieren.“

Feinstes Vokalkino

Auch musikalisch überrascht die Band: So teilt sich Ji-In im organischen „White Dog“ den Gesang mit ihrem Schlagzeuger. Auch bei „Devastation Anyone?“ bietet das koreanischstämmige Aushängeschild der Band feinstes Vokalkino mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern und konterkariert damit die bittere Kernaussage des Songs.

Bei „Unbroken“ wird dann Emotionalität groß geschrieben, nicht nur textlich. So flossen beim Einsingen Tränen: „Der Text zu diesem Stück wurde erst zur dazugehörigen Aufnahmesession fertig, traf Ji-In folglich unvorbereitet. Dass er sie derart berühren und aufwühlen würde, bescherte uns einen unvergesslichen Studiomoment und dem Album eine unglaublich ergreifende Performance“, erklärt Kuschnerus.

Die ATSC-Fronterin brilliert auf „Kaosystematiq“ in sämtlichen Disziplinen. Wie schon beim Erstling war auch diesmal wieder die gesamte Formation am Songwriting beteiligt. „Diese Band fußt auf Gemeinsamkeit und dem Austausch zwischen den Mitgliedern“. Was sich auch bei den Live-Shows widerspiegelt. Freitag im Saalbau Rothe Erde, danach auf Tour durch Deutschland...

(red)
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