Aachen: Frisch saniert: Heilig Kreuz hat seine Kirchturmspitze zurück

Aachen: Frisch saniert: Heilig Kreuz hat seine Kirchturmspitze zurück

Der Zahn der Zeit hatte am Turmhelm von Heilig Kreuz an der Pontstraße genagt. Seit Februar wurde die Kirchturmspitze saniert. Dienstag früh war es endlich soweit. Ein großer Kran stand an der Pontstraße und bot ein eindrucksvolles Schauspiel für die Passanten: Die Wiederaufsetzung des Turmhelms.

Bereits am frühen Morgen versammelten sich Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Bauausschusses von Heilig Kreuz: Bei Sonnenschein und besten Bedingungen konnte die sanierte Kirchturmspitze aufgesetzt werden.

Am 1. Februar ist der Dachreiter abgenommen worden, denn eine Sanierung von Turm und Gewölbe war dringend erforderlich. „Mörtelreste traten in den Kirchraum, auf lange Sicht wäre die gesamte Kirche in Gefahr gewesen”, erklärt Herbert Kinzel, Baubeauftragter der GdG Franziska von Aachen.

Siebeneinhalb Monate nahm die Sanierung des Dachreiters inklusive Errichtung einer Stahl-Holz-Konstruktion im Dachgewölbe in Anspruch. Damit wurde der Zeitplan voll eingehalten.

Glückliche Gesichter sah man in Heilig Kreuz, als der Turm an seinen angestammten Platz zurückkehrte. Und das ist noch nicht der letzte Schritt der laufenden Sanierungsarbeiten: „Weitere Flächen des Gewölbes sollen in nächster Zeit wieder instand gesetzt werden”, sagt Architekt Mathias Paulssen.

Für ihn ist die Sanierung des fünf Tonnen schweren und zwölf Meter hohen abmontierten Vierungsturms etwas Besonderes gewesen: „Das war schon eine Premiere, man richtet sich individuell auf so etwas ein, tüftelt und überlegt.” Er ist sicher: „Das wird nun viele Jahrzehnte überdauern.”

Paulssen ist der Pfarrgemeinde persönlich verbunden, weshalb der Auftrag zur Turmsanierung für ihn mit jeder Menge Herzblut verbunden war. So war der Moment der Wiederaufsetzung auch für ihn emotional besetzt.

Am Dienstag gegen 9.15 Uhr näherte sich die Kirchturmspitze wieder ihrem ursprünglichen Bestimmungsplatz. Fünf Zimmerer und drei Dachdecker waren bis zuletzt an den Sanierungsarbeiten beteiligt. Kosten in Höhe von 350.000 Euro wurden vom Bistum Aachen, der Gemeinde Franziska von Aachen und dem Land NRW getragen. Firmen aus Haaren und Baesweiler waren an den Arbeiten beteiligt. „Zehn Zentimeter dicke Glaswollmatten und Bretterlagen haben während der Zeit der Sanierungsarbeiten das Kirchgewölbe abgedeckt”, erklärt Kinzel.

„Das ist keine Konstruktion von der Stange, die wir hier liefern”, betont Paulssen, dessen Architektenbüro momentan auch für die Sanierung der Citykirche St, Nikolaus verantwortlich zeichnet. Der Materialmix aus Stahl und Holz sei speziell kreiert worden.

Nach der Wiederaufsetzung des Turms galt es, beide Teile miteinander zu verbolzen. Aufmerksam verfolgten viele Schaulustige und Mitglieder der Pfarre das Schauspiel.