Aachen: Friedenspreis: Vorschläge bitte

Aachen: Friedenspreis: Vorschläge bitte

Hat jemand ‘ne Idee? Der Aachener Friedenspreis ist dankbar für Vorschläge, wen er denn am 1. September auszeichnen soll. Dabei fehlt es dem Verein keineswegs an Kandidaten. „Im Moment liegen 14 Vorschläge vor“, berichtet Tina Terschmitten.

Sie gehört seit Herbst nun als Beisitzerin dem Vorstand an, zuvor war sie als stellvertretende Vorsitzende gewissermaßen das Gesicht des Aachener Friedenspreises. Denn Vize war bis dahin das höchste Amt beim Aachener Friedenspreis e. V., darüber gab es nichts mehr.

Jetzt gibt es Ralf Woelk, der im Oktober als Vorsitzender den Platz an der verwaisten Spitze eingenommen hat. „Wir haben versucht, ohne Vorsitzenden zu arbeiten“, sagt Woelk, „aber es hat nicht funktioniert.“ Der Plan, die Vereinsarbeit auch auf Schultern an der Basis zu verteilen, ging vor allem auf Tina Terschmittens Knochen: Weil sie als Ansprechpartnerin bekannt war, sei alles auf sie zugelaufen, erklärt Woelk. Deshalb seien nun alle Positionen im Vorstand wieder besetzt.

Darin spiegelt sich auch die Bandbreite, die der Aachener Friedenspreis abdecke, meint Woelks Stellvertreter Franz-Josef Surges. „Der Vorsitzende ist ein Gewerkschafter, ich selbst bin Prokurist in der Wirtschaft“, nennt Surges als Beispiel. Neben dem bürgerlichen Lager seien auch Kirchen oder Parteien vertreten. Laut Woelk ist die Truppe so bunt wie die Friedensbewegung in den 1980er Jahren. „Das kann Konflikte nach sich ziehen“, weiß Surges.

Damit hat der Friedenspreis Erfahrung. Die letzten Vorsitzenden seien im Streit gegangen, erinnert Ralf Woelk, „sie haben unter der Funktion gelitten.“ Über die Gründe will er nicht mehr spekulieren. Beisitzer Dieter Spoo blickt da auch eher nach vorn und fürchtet kontroverse Diskussionen nicht. „Inhaltliche Konflikte bekommen wir gelöst, ohne uns gegenseitig abzulehnen.“

Ablehnung gab es im vergangen Jahr im Vorfeld der Preisverleihung: Unter den auserkorenen „Schulen ohne Bundeswehr“ war auch die Düsseldorfer Hulda-Pankok-Gesamtschule, die jedoch die Auszeichnung nicht haben wollte. „Da haben wir etwas Pech gehabt“, meint Woelk trocken, dennoch sei es dem Aachener Friedenspreis gelungen, das Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Das soll auch in diesem Jahr wieder gelingen. Vorschläge auch von Nicht-Mitgliedern seien sehr willkommen, betont der Vorstand. Wer Menschen für preiswürdig hält, weil sie sich in besonderer Weise für den Frieden einsetzen, kann sich noch bis zum 15. Februar unter info@aachener-friedenspreis.de an den Verein wenden.

Unter den eingegangenen Vorschlägen trifft der Vorstand eine Vorauswahl. Mit mindestens einer Zwei-Drittel-Mehrheit wird eine Liste mit fünf Kandidaten beschlossen. Davon werden bei einer Mitgliederversammlung bis zu zwei Preisträger auserkoren, die ebenfalls eine Zwei-Drittel-Mehrheit bekommen müssen. „Meist gibt es einen nationalen und einen internationalen Preisträger“, sagt Tina Terschmitten, vorgeschrieben sei das aber nicht.

Vorgestellt werden die Auserkorenen dann am 8. Mai. Ralf Woelk geht davon aus, dass diesmal die gekürten Preisträger „den Preis auch annehmen“.