Aachen: Friedenslauf heißt Laufen mit Botschaft

Aachen : Friedenslauf heißt Laufen mit Botschaft

Das Motto des diesjährigen Friedenslaufs „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gefällt Matthias Fischer, Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus, besonders gut. Der Satz aus dem Grundgesetz sei so wichtig, meint er, und die Schüler müssten sich klarmachen, dass er bei weitem nicht überall respektiert werde.

Der Aachener Friedenslauf startet in diesem Jahr am Freitag, 6. Juli, zum 17. Mal. Und wie in jedem Jahr gibt es auch diesmal ein umfangreiches Begleitprogramm, um die Schüler für das Thema Frieden zu sensibilisieren.

„Wir haben diesmal so viele Angebote wie nie zuvor gebucht“, sagt Petra Förster, Lehrerin am Rhein-Maas-Gymnasium. Viele der Workshops ließen sich ganz wunderbar in den Unterricht integrieren, ergänzt die Religionslehrerin. Und den Schülern am Rhein-Maas hat das Tanztheater „Durch die Wand“ besonders gut gefallen. „Es war interessant zu sehen, wie hier einer Frau eine bestimmte Rolle aufgedrückt wird“, meint Esther Amoah aus der Klasse 8c. Und ihre Mitschülerin Melissa Wagner war vor allem auch beeindruckt davon, „was man allein durch Tanz zum Ausdruck bringen kann“.

Das Begleitprogramm ist nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil des Aachener Friedenslaufs. Laut Organisatoren können eine Reihe von Workshops noch immer gebucht werden, und auch eine Anmeldung interessierter Schulen zum Friedenslauf ist noch möglich. Bislang gehen 32 Schulen mit 3300 Schülern an den Start.

In den vergangenen Jahren haben laut Anais Imbaud, Referentin Pax Christi Aachen, inzwischen 50.000 Schüler eine halbe Million Euro erlaufen. Dabei kommt es, erklärt Matthias Fischer, gar nicht darauf an, möglichst viele Runden um Dom und Rathaus zu laufen. Viel wichtiger sei die richtige Einstellung. Und dazu gehört natürlich auch der Fair-Play-Gedanke. Damit es während des Laufs nicht zu Rüpeleien und unnötigen Rempeleien kommt, unterschreiben die Teilnehmer in diesem Jahr zum ersten Mal einen Vertrag, in dem sie sich zum fairen Miteinander verpflichten.

Chance durch Begleitprogramm

Das Rhein-Maas-Gymnasium ist laut Fischer eine der Schulen, die sich bereits von Anfang an für den Friedenslauf engagiert haben. Hier gehen alle fünften und sechsten Klassen verpflichtend an den Start. Auch Schulleiter Jochen Gerardts freut sich über das diesjährige Motto des Friedenslaufs. „Es passt gut zu unserer Schule“, sagt er, „denn hier passen wir aufeinander auf, und wir sprechen miteinander.“

Der erste Satz des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ist demnach Teil des Schulprogramms, ebenso wie ein „würdevoller und respektvoller Umgang untereinander“.

Und wenn die Schüler in diesem Jahr für diesen ersten Satz aus dem Grundgesetz ihre Runden drehen, wissen sie sehr genau, dass er nicht die Wirklichkeit beschreibt. „Die Würde vieler Menschen wird jederzeit vielfach in verschiedener Weise verletzt“, heißt es im Programmheft. „Durch Folter beispielsweise, oder Sklaverei und Verschleppung.“ Und genau damit sollen sich die Schüler beschäftigen. Und sie bekommen durch das Begleitprogramm die Chance, eine respektvolle und achtsame Haltung einzuüben, Konflikte gewaltfrei zu lösen und allem Fremden mit Offenheit zu begegnen.

Wer Kontakt zum Koordinationsbüro pax christi Aachen sucht: telefonisch ist es erreichbar unter Telefon 0241/402876 oder per E-Mail an aachener-friedenslauf@web.de.

Mehr von Aachener Nachrichten