"Fridays for Future": Demo wird Verkehr in Aachen beeinträchtigen

„Fridays for Future“ : Netzwerk bringt sich fürs Klima in Stellung

Die letzten Vorbereitungen laufen: Bis zu 3500 Menschen sollen am Freitag in Aachen für den Klimaschutz auf die Straße gehen. Vor allem im Bereich des Europaplatzes könnten Autofahrer dadurch ausgebremst werden.

Beim Thema Achtsamkeit sind bis Freitag noch einige Leerstellen zu füllen. Dabei geht es nicht etwa um Atemübungen zur allgemeinen Stressbewältigung. Sondern ganz konkret um das Wohlbefinden junger – oder natürlich auch älterer – Demonstranten. Das Team „Awareness“ – zu deutsch: Achtsamkeit oder auch Bewusstsein – von „Fridays for Future“ (FFF) könne für den globalen Streiktag noch personelle Unterstützung gebrauchen, sagt Jakob, 18 Jahre und Mitglied des FFF-Kernteams.

Die Männer und Frauen sollen als Ansprechpartner für Menschen dienen, denen es während der Demo nicht gut geht – ob aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie Konflikte mit anderen Demonstrationsteilnehmern haben. Auch Ordner würden noch benötigt. Alexander Müller-Hermes, 39 Jahre und Gründungsmitglied der „Artists for Future Aachen“, macht sich eine Notiz. Er werde den Aufruf gerne über das Künstler-Netzwerk weiterleiten.

Es ist Dienstagabend, und im Welthaus an der Schanz haben sich im ersten Stock Menschen versammelt, die ohne die Diskussion um das Klima vermutlich nie zusammengekommen wären. Simon, ein 17-Jähriger Schüler, der schon bei eisigen Temperaturen im Winter in Aachen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen ist, sitzt am Tisch; neben ihm hat Ingrid, eine Sozialarbeiterin, Platz genommen.

Sie vertritt an diesem Abend die „Parents for Future“. Mit Heike, 49, und Alexander sind Künstler aus der Region an Bord. Und die „Scientists“ sind natürlich auch mit dabei. Beim Kampf für mehr Klimaschutz ist man per du, egal, ob man sich bereits dem Rentenalter annähert oder den Schulabschluss noch vor sich hat. Es ist das letzte Netzwerktreffen vor dem globalen Klimastreik am kommenden Freitag. Und die To-do-Liste ist lang.

Dabei sind gerade die jungen Leute von „Fridays for Future Aachen“ in Sachen Event-Organisation fast schon Profis. Nach der zentralen Großdemonstration am 21. Juni mit rund 40.000 Teilnehmern ist das, was das Aktionsbündnis nun für den 20. September erwartet, sozusagen Kleinkram. 3500 Menschen könnten es werden, prognostiziert das Kernteam. Die Polizei Aachen hält eine Teilnehmerzahl von 3000 für „durchaus realistisch“.

Der Aufwand für den Streiktag, an dem weltweit Menschen für eine andere Umwelt- und Klimaschutzpolitik demonstrieren, ist trotzdem außergewöhnlich. Neben dem Protestzug, der wie üblich gegen 11 Uhr am Elisenbrunnen startet, ist eine große Kundgebung im Kennedypark geplant, Konzerte und Redebeiträge inklusive. Der Musiker, Schauspieler und Synchronsprecher Davis Schulz wird dabeisein. Musik gibt es von Quicksteps und der Band Anders. Auch Getränke und veganes Essen wird es geben.

Die Polizei geht davon aus, dass der Protest auch dieses Mal friedlich verlaufen wird. „Es gibt keine Hinweise auf Störungen“, teilt Paul Kemen von der Pressestelle auf Anfrage mit. Mit Beeinträchtigungen im Straßenverkehr müsse man jedoch rechnen, zumal im Bereich des Europaplatzes eine etwa halbstündige Zwischenkundgebung angekündigt sei. Nach Angaben der Veranstalter wird dann auch eine „Aktion“ starten, über die man noch nichts Näheres verraten will. Nur so viel: Die „Artists for Future“ werden daran beteiligt sein.

Deren Mitbegründer Alexander Müller-Hermes ist froh, dass nun über alle Generationen hinweg ein großes Bündnis zum Klimastreik aufruft. Das sei längst überfällig, ist er überzeugt: „Die Initiative hätte schon viel früher von Erwachsenen ausgehen sollen.“

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