"Fridays for Future"-Demo in Aachen am 21. Juni: Was Sie wissen müssen

Fragen und Antworten zu „Fridays for Future“ : Ein Tag, der zur Belastungsprobe werden könnte

Es dürfte eine der größten Demonstrationen sein, die Aachen je erlebt hat: Am Freitag, 21. Juni, werden beim internationalen Streiktag von „Fridays for Future“ zwischen 10.000 und 20.000 Teilnehmer aus 17 Ländern erwartet. Auch für diejenigen, die nichts mit der Jugendbewegung zu tun haben (wollen), dürfte der Tag zur Belastungsprobe werden. Wir haben ein paar Fragen und Antworten zusammengestellt.

Warum streiken die jungen Menschen in Aachen?

Seit gut einem halben Jahr demonstriert die Jugendbewegung „Fridays for Future“ für mehr Klimaschutz. Dass der internationale Streiktag in Aachen stattfindet, wurde nach mehreren Abstimmungsrunden auf internationaler und nationaler Ebene im Konsens beschlossen. Mit der Nähe zum rheinischen Braunkohlerevier sehen die jungen Klimaaktivisten in Aachen den idealen Ort, um ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen.

Aus welchen Ländern werden Demonstranten erwartet, und wie kommen sie nach Aachen?

Die Veranstalter erwarten Teilnehmer aus insgesamt 17 Ländern. Die meisten von ihnen reisen mit dem Zug und mit Bussen an. Am Freitagmorgen wird am Aachener Hauptbahnhof zum Beispiel ein Sonderzug aus der Schweiz erwartet. Der Nahverkehr Rheinland (NVR) wurde nach eigenen Angaben vorab vom Veranstalter nicht darüber informiert, dass ein verstärktes Reiseaufkommen erwartet wird. Deshalb werde es keinen Sonderverkehr geben. Erfahrungsgemäß dürften aber wegen des Brückentages nach Fronleichnam weniger Pendler als sonst unterwegs sein.

Was ist in Aachen geplant?

Der sogenannte Sternmarsch beginnt um 12 Uhr von vier Startpunkten aus. Der wohl größte „Schweif“ startet am Aachener Hauptbahnhof und führt voraussichtlich über Römerstraße, Theaterstraße, Markt, Alexanderstraße und Sandkaulstraße in Richtung Bastei und von dort aus über die Krefelder Straße zum Vorplatz des Aachener Tivoli-Stadions. Weitere Startpunkte sind der Westpark und das RWTH-Hörsaalzentrum Carl an der Claßenstraße. In Vaals startet ein Fahrradkorso über die Vaalser Straße. Sollte der Andrang am Hauptbahnhof zu groß sei, wollen die Veranstalter einen fünften Demonstrationszug vom Bahnhof Rothe Erde starten lassen. Darüber will der Veranstalter die Teilnehmer im Fall der Fälle über Instagram, Whatsapp und Twitter informieren. Die Demonstrationszüge sollen an der Bastei zusammengeführt werden, damit die Teilnehmer von dort aus geschlossen zum Tivoli gehen. Diese Angaben sind nach Auskunft der Polizei jedoch unter Vorbehalt. Kurzfristige Änderungen sind noch möglich.

Und was ist für die Kundgebung geplant?

Auf dem Tivoli-Vorplatz an der Krefelder Straße soll ab 14 Uhr die zentrale Kundgebung mit Rede- und Musikbeiträgen stattfinden. Neben jungen Rednern von „Fridays for Future“ werden auch internationale Gäste erwartet. So sind unter anderem Beiträge der ukrainischen Aktivistin und Sängerin Ruslana Lyschytschko, die 2004 den Eurovision Song Contest gewonnen hat, Karen Ray (Indische Botschafterin von „Fridays for Future“) und der philippinischen Klimagerechtigkeitskämpferin Tetet Lauron geplant. Musik gibt es unter anderem von Culcha Candela, Brass Riot, Bodo Wartke, Leo Holldack und Moop Mama. Gegen 18 Uhr soll die Kundgebung enden.

Wird Greta Thunberg auch dabei sein?

Trotz zahlreicher Gerüchte wird die schwedische Klimaaktivistin und Initiatorin der „Fridays for Future“-Bewegung am Freitag nicht in Aachen sein. „Sie ist leider verhindert“, teilte eine Sprecherin des Organisationsteams mit.

Welche Auswirkungen hat die Großdemonstration auf den öffentlichen Nahverkehr?

Der Streiktag wird den Fahrplan der Aseag ordentlich durcheinanderwirbeln. Fahrgäste müssen den ganzen Tag mit erheblichen Verspätungen, Fahrtausfällen und Umleitungen rechnen. Die Aseag werde deshalb zusätzlich Busse einsetzen, um flexibel reagieren zu können, wie Aseag-Vorstand Michael Carmincke am Dienstag mitteilt. Weil die zentrale Kundgebung auf dem Tivoli-Vorplatz stattfindet und die Krefelder Straße deshalb gesperrt wird, wird die Linie 51 von 12 Uhr bis in den Abend über den Prager Ring und die Jülicher Straße in die Stadt fahren. Auch darüber hinaus müssen Fahrgäste mit Beeinträchtigungen rechnen. „Die Auswirkungen können bis in die Region hinein spürbar sein“, so Unternehmenssprecher Paul Heesel.

Was ist für Samstag geplant?

Nach dem großen Streik am Freitag in Aachen wird wohl ein Großteil der Teilnehmer weiter zum Tagebau Garzweiler fahren. Um 11 Uhr beginnt auf dem Marktplatz des Dorfs Hochneukirch der Demonstrationszug nach Keyenberg. Erwartet werden etwa 2500 Teilnehmer. Die legalen Proteste am Tagebau Garzweiler werden von BUND, Campact, Greenpeace, Naturfreunde und der Bürgerinitiative „Alle Dörfer bleiben“ getragen. Zu einer Fahrraddemo des Umweltverbands BUND in das vom Abriss bedrohte Dorf Keyenberg am Tagebau Garzweiler werden 3000 Teilnehmer erwartet. In Keyenberg soll auch die Abschlusskundgebung mit den Teilnehmern der „Fridays for Future“- und der Fahrrad-Demo stattfinden.

Werden alle Demonstranten in Aachen übernachten?

Einige sicherlich. Für alle Teilnehmer, die eine lange Anreise haben und dies entsprechend angemeldet haben, hat der Veranstalter Unterkünfte organisiert. Über eine Bettenbörse haben Aachener Bürger und Institutionen wie das Bistum Aachen zwischen 1000 und 1500 Schlafplätze zur Verfügung gestellt. Auch Wiesen, auf denen die jungen Menschen Zelte aufschlagen können, wurden angeboten. In Absprache mit der Stadt Aachen dürfen die Klimaaktivisten auch im Parkhaus neben dem Tivoli-Stadion schlafen. Zwischen 2000 und 2500 Menschen können dort nach Auskunft des Organisationsteams Schlafsäcke und Isomatten ausrollen.

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