"Fridays for Future" Aachen lehnt Ehrung durch Stadt ab

Taten statt Lob gefordert : „Fridays“-Bewegung lehnt Ehrung ab

Diese Ehrung ist gescheitert: Als die Stadt Aachen am Dienstagabend die Fridays-for-Future-Bewegung für deren Engagement auszeichnen wollte, lehnten die Jugendlichen diese Ehrung ab. Sie forderten Taten statt Lob von der Stadt.

Mehr als 80 Aachener Schülerinnen und Schüler hatte die Stadt in den Ballsaal des Alten Kurhauses eingeladen, um sie für ihr ehrenamtliches Engagement auszuzeichnen. Die Eingeladenen nutzen ihre Freizeit, um etwa Mitschülern Nachhilfe zu geben, die schuleigene Mensa dazu zu bewegen, nur noch regionale Bioprodukte zu verwenden oder gar eine eigene Genossenschaft zu gründen. Oder eben, um sich für Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen, wie die „Fridays for Future“-Bewegung.

Die Jury hatte sich kurzerhand entschieden, die Aachener Gruppe von „Fridays for Future“ auszuzeichnen, die unter anderem die Freitagsdemos organisieren. Gleich neun Schüler hatte die Jury eingeladen. Diese fühlten sie zwar geehrt, sagten sie. Doch statt ihre Urkunden abzuholen, stellten sie sich mit Plakaten vor dem Publikum auf. „Wir lehnen diese Auszeichnung ab“, sagte einer der jungen Aktivisten, „weil wir uns uns nicht von der Stadt besänftigen lassen wollen. Sie muss endlich selbst anfangen zu handeln.“

Die übrigen 17 Ehrungen jedoch wurden angenommen. Die Geehrten zeigten, was ehrenamtliches Engagement schon in der Schule leisten und bewegen kann, sagte Kulturdezernentin Susanne Schwier, die die 20. Schülerehrung der Stadt im Ballsaal moderierte. „Soziales Engagement ist der Kit, der Schulgemeinschaften zusammenhält“, sagte sie und wandte sich an die Schüler. „Ich habe großen Respekt davor, wie ihr es schafft, euch neben dem alltäglichen Schulstress für eure Schule und eure Mitschüler einzusetzen. Darauf könnt ihr mächtig stolz sein.“

Neun einzelne Schüler und acht Gruppen hatte die achtköpfige Jury aus 21 Bewerbungen für die Schülerehrung auserwählt und rief alle nacheinander auf, um ihnen Urkunden zu überreichen. Noch vor den Sommerferien waren die Schulen dazu aufgerufen worden, besonders engagierte Schülerinnen und Schüler unabhängig welchen Jahrgangs auszuwählen und die Namen samt einer Beschreibung ihrer ehrenamtlichen Leistung an die Stadt zu schicken.

Oberbürgermeister Marcel Philipp und Dezernentin Susanne Schwier zeichnen neun einzelne Schüler und acht Gruppen für ihr ehrenamtliches Engagement aus. Foto: dmp Press/Ralf Roeger

Die Kriterien waren dabei weit gestreut. Sowohl kognitive Leistungen wie etwa die Teilnahme an einem Mathewettbewerb als auch künstlerische, musikalische oder sportliche Leistungen sowie soziales Engagement berücksichtigte die Jury bei der Auswahl. Die einzige Voraussetzung für alle Bewerber: Ihr Engagement musste in gewisser Weise der Schule oder deren Umfeld zugutekommen.