Aachen: Freude aus dem Schuhkarton

Aachen: Freude aus dem Schuhkarton

Für Vera Schäfer vom evangelisch-freikirchlichen Gemeindezentrum an der Albert-Maas-Straße 34 ist klar, dass geholfen werden muss. Denn die Situation der Kinder in Bulgarien, Rumänien, Weißrussland, Georgien und Kasachstan ist alles andere als gut.

„Arme Menschen, die sich für ihre Kinder nichts leisten können, sind in der Überzahl“, stellt sie fest. Deshalb ruft sie die Aachener wieder dazu auf, sich an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ zu beteiligen.

Als Vera Schneider vor drei Jahren auf eigene Kosten mit der Schwiegermutter nach Bulgarien — immerhin ein EU-Land — reiste, um rechtzeitig vor Weihnachten Geschenke für die Ärmsten der Armen zu verteilen, fiel ihr Blick auf einen Jungen, der mit nackten Füßen im Schnee stand. „Ich bin immer noch erschüttert, wenn ich an dieses Bild denke“, versichert die Frau. Sie hatte nie gedacht, dass die Armut so groß sein könnte. „20 Kinder sollten eigentlich kommen. Es kamen aber nur zehn Kinder. Und wissen Sie warum? Die Kinder müssen sich die Schuhe teilen. Für uns sind das unvorstellbare Zustände“, sagt Vera Schneider betroffen. Fassungslos schaute sie während ihres Besuchs auf die Kinder, die das Kuscheltier voller Freude eng an sich drückten, das sie gerade geschenkt bekommen hatten. In Kindergärten und Schulen verteilte sie damals die guten Sachen. Das Bild des 14-jährigen Jungen, der vor Glück über einen Schal und eine Mütze weinte, geht ihr nicht mehr aus dem Kopf.

Vor 15 Jahren gegründet

Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ wurde vor 15 Jahren von einem Engländer gegründet, der dem Leid in der Welt begegnen wollte, und ist nun weltweit gegen die Armut aktiv. Seit zwölf Jahren wird auch in Aachen für die Aktion geworben. „Die Idee ist“, erklärt Vera Schneider, „Dinge in einen Schuhkarton zu packen, die einen Nutzwert haben, aber auch Freude machen.“ Schon für 15 Euro könne ein Karton gepackt werden. Wichtig seien warme Socken, eine Zahnbürste, Zahnpasta, ein Schal, eine Mütze, vielleicht ein paar Spielsachen, aber auch Süßigkeiten und „ein Kuscheltier, und wenn es noch so klein ist“, erläutert Vera Schneider. Auch Schulhefte, Malblöcke und Buntstifte gehörten in den Karton. Wichtig: Plätzchen, Mandeln, Nüsse und auch Gummibärchen dürfen nicht mit verpackt werden. Die kommen nicht durch die Grenzkontrollen.

Vera Schneider hofft, an das Ergebnis vom vergangenen Jahr anknüpfen und vielleicht mehr als 1659 gefüllte Schuhkartons auf den Weg in den Osten Europas schicken zu können. „Die Menschen, die einen Schuhkarton packen möchten, können ihn im Gemeindezentrum in Forst abgeben“, erklärt sie.

Die Öffnungszeiten der Baptisten-Gemeinde sind sonntags zwischen 11.30 und 12.30 Uhr sowie freitags zwischen 19.30 und 21.30 Uhr. Bis zum Freitag, 22. November, sollten die Pakete abgegeben werden, damit sie rechtzeitig ihren Weg finden. Weitere Fragen beantwortet Vera Schneider unter Telefon 0173/243 31 14.