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Freiwillige Feuerwehr wird über Funk kontaktikert

Aachen : Sirene ist bald nur noch Warnung für die Aachener Bürger

Warum heult die Sirene in der Stadt? Viele Menschen können die Sirenensignale nicht richtig deuten. Bei der Leitstelle der Feuerwehr sollte man deshalb aber nicht anrufen.

Gut einen Monat ist es her, da heulten in ganz Nordrhein-Westfalen Tausende Sirenen. Auch die Stadt Aachen nahm am Sonntag, 9. September, am ersten landesweiten Warntag teil. Das NRW-Innenministerium will mit dieser Veranstaltung, die künftig jedes Jahr an eben jenem 9. September  stattfinden soll, die Bevölkerung mit Informationen versorgen, damit die Menschen im Ernstfall richtig reagieren. Denn die Bedeutung der einzelnen Sirenensignale ist der breiten Bevölkerung heutzutage nicht mehr unbedingt bekannt. Das stellt auch Aachens Feuerwehrchef Jürgen Wolff immer wieder fest. „Manche Leute rufen dann einfach  in der Feuerwehrleitstelle an und fragen, warum die Sirene geht.“

In der Tat gibt es – bisher – mehrere Gründe für Sirenengeheul. Mit Sirenen (eine Minute Heulton auf- und abschwellend) wird in Aachen Katastrophenalarm ausgelöst. Mit Sirenen (eine Minute Dauerton zweimal unterbrochen) wird aber bisher auch die Freiwillige Feuerwehr alarmiert. Das aber soll sich bald ändern. „Ziel muss sein, die Sirenen in Aachen nur noch für die Warnung und Alarmierung der Bevölkerung einzusetzen“, sagt Wolff. Er ist überzeugt: „Wir brauchen ein solches Instrument.“ Die Weichen dafür sollen noch in diesem Jahr gestellt werden.

Die Freiwilligen Feuerwehren, die bisher gleich zweifach, parallel über Sirenen und über Funkmeldeempfänger (Pager), zum Einsatz gerufen werden, erhalten ihren Alarm dann künftig nur noch per Pager. Und wenn die Sirene geht, dann soll jeder Aachener in Zukunft wissen: Da ist was passiert, was mich betrifft. Sirenenalarm bedeutet dann: Fenster und Türen schießen, Radio oder Fernseher anschalten und auf weitere Informationen warten!

Gründe für einen solchen Alarm kann es viele geben: ein gewaltiger Sturm im Anzug, ein gewaltiges Feuer mit mächtig Qualm wie vor einiger Zeit im Aachener Ostviertel – oder ein Zwischenfall im belgischen Atomkraftwerk Tihange.

Im Gegensatz zu anderen Kommunen Bundesgebiet habe Aachen nach dem Ende des Kalten Kriegs in den 1990er Jahren seine Sirenen nicht abgeschafft, stellt Jürgen Wolff zufrieden fest. Das sei jetzt von großem Vorteil. Ein Netz von rund 50 funktionstüchtigen Sirenen existiert in Aachen noch. „Da müssen wir nur an zwei oder drei Stellen nachrüsten, um das Stadtgebiet zu fast 100 Prozent abgedeckt zu haben.“

Anfang November soll das Thema Alarmierung mit den Freiwilligen Feuerwehren in einer Klausurtagung diskutiert werden. „Und dann wollen wir das zeitnah umsetzen“, kündigt Wolff an. Schon jetzt aber geht sein dringender Appell an die Aachener: „Bitte nicht aus Neugierde in der Leitstelle anrufen! Die Notrufnummer 112 ist nur für Notrufe da!“