Aachen: Freistaat hält Rettungs-Zusage für Tuchfabrik nicht

Aachen: Freistaat hält Rettungs-Zusage für Tuchfabrik nicht

Schwere Vorwürfe gegen das Land Sachsen haben am Dienstag Insolvenzverwalter und Geschäftsführer der Palla Creativ Textiltechnik (ehemals Tuchfabrik Becker) in Aachen und St. Egidien erhoben.

Aufgrund nicht eingehaltener Zusagen seien die Rettungsversuche des Werkes Sachsen vorerst gescheitert.

Der Freistaat hatte Ende Januar schriftlich eine Hilfe von vier Millionen Euro aus einem EU-Fonds zugesagt. Die Auszahlung verzögerte sich bis heute und wurde, so Insolvenzverwalter Christoph Niering (Köln), mit immer größeren Auflagen belastet.

Zur Politik des Landes Sachsen meinte der Aachener Geschäftsführer Peter Recker, man mache den Freistaat nicht für die allgemeine Wirtschaftskrise verantwortlich. Doch: „Wir haben aber nicht mehr und nicht weniger erwartet, als dass der Freistaat zu seiner schriftlichen Zusage steht.”

Sachsen habe „uns auf der Zielgeraden Knüppel zwischen die Beine geschmissen” und wolle seine Beihilfe mit überhöhten Zinsen wie mit nicht leistbaren Sicherheiten abdecken. Niering und Recker hatten bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren mit Lieferanten, Belegschaft und dem Betriebsrat einen Sanierungsplan ausgearbeitet, der die wichtige Sicherheit für Kunden und damit die Rettung des Werks St. Egidien mit 465 Mitarbeiter, davon 45 Auszubildende, bedeutet hätte.

Jetzt soll ein Teil der Produktion wieder nach Aachen-Brand geholt werden. Der Sanierungsplan „B” sei aber eher ein Werk von Wochen als von Tagen, hieß es am Dienstag. In Aachen sind rund 160 Mitarbeiter in Lohn und Brot.