Freigabe der Haarener Gracht in Aachen verzögert sich

Haarener Gracht : Ende August soll der Verkehr wieder fließen

Seit knapp einem halben Jahr gibt es für Busse und Autos kein Durchkommen mehr an der Haarener Gracht, doch nun ist das Ende der Sperrung absehbar.

Spätestens in einem Monat soll der Verkehr wieder fließen, heißt es seitens des Landesbetriebs Straßen.NRW, der dort zwei Regenfilterbecken gebaut hat und dabei mit mehr Problemen zu kämpfen hatte, als zunächst gedacht.

Denn zu Beginn der Arbeiten gingen die Fachleute noch davon aus, spätestens Ende Juni die wichtige Verbindungsstraße zwischen Haaren und Verlautenheide wieder freigeben zu können. „Es war dann aber doch etwas aufwendiger“, sagt der stellvertretende Projektleiter Klaus Erdorf.

Vor allem bereiteten offenbar einige Versorgungsleitungen im Umfeld der Baustelle Probleme, deren genaue Lage nicht bekannt war und die beim Bau immer wieder umgangen werden mussten. Erdorf spricht von „viel klein-klein“, das zu den Verzögerungen geführt habe.

Inzwischen sind die beiden Regenfilterbecken fertiggestellt, mit denen nun auch den neuen Anforderungen an den Gewässerschutz Genüge getan werden kann. In den Becken – eines auf dem ehemaligen Autobahnrastplatz kurz vor der Abfahrt nach Verlautenheide, das andere am Fuß der Autobahnböschung – wird künftig das Oberflächenwasser der Autobahnen gesammelt und vorgereinigt, bevor es in den Haarbach eingeleitet wird.

Spätestens am 4. September könne die Haarener Gracht wieder für den Autoverkehr freigegeben werden. So hat es der Landesbetrieb mit der Stadt Aachen inzwischen abgestimmt. Wenn alles glatt läuft und auch das Wetter mitspielt, könne die Straße möglicherweise sogar schon zum 24. August geöffnet werden, sagt Erdorf „unter Vorbehalt“. Viele Haarener und Verlautenheidener werden es mit Erleichterung aufnehmen. Weiträumige Umleitungen durch Würselen oder Eilendorf werden ihnen dann wieder erspart.

Zugleich werden die Fahrzeuge auf einem 1,2 Kilometer langen Teilstück auch auf einer frisch sanierten Fahrbahn rollen können. Denn ad-hoc habe der Landesbetrieb entschieden, das in seiner Zuständigkeit liegende Straßenstück in einem Zuge zu erneuern. Die Fahrbahn sei in einem schlechten Zustand, viele Bordsteine sind abgesackt. Um eine weitere Sperrung zu vermeiden, habe man daher die ohnehin nötige Sanierung der L222 nun vorgezogen.

Auf den Teilstücken innerhalb von Haaren und Verlautenheide bleibt derweil alles beim Alten. Denn für deren Erhalt ist die Stadt zuständig, und die habe aktuell keine Mittel für eine Sanierung der Haarener Gracht eingeplant.

Die neuen Regenfilterbecken sind ein Teil der umfangreichen Vorbereitung für die Erneuerung der Autobahnbrücke über den Haarbach, die wegen schwerer Schäden bereits seit 2007 jährlich einer Sonderprüfung unterzogen werden muss. Schon vor zwei Jahren sollte mit dem Ersatzbau begonnen werden, doch noch immer wartet der Landesbetrieb Straßen.NRW auf letzte Genehmigungen, um das Projekt in Angriff nehmen zu können.

So muss die Untere Wasserbehörde der Stadt auch noch ihren Segen zur Umleitung des Haarbachs geben. Nötig ist dies, damit die Stützpfeiler der neuen Brücke nicht im Wasser stehen. Derzeit geht Straßen.NRW davon aus, im kommenden Jahr mit dem Neubau der Haarbachtalbrücke beginnen zu können. Mit der Fertigstellung wäre dann frühestens 2024 zu rechnen.

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