Aachen: Freie Träger der Offenen Ganztagsschule schlagen Alarm

Aachen : Freie Träger der Offenen Ganztagsschule schlagen Alarm

„Das Wasser steht uns bis zum Hals“, bringt es Sandra Jansen, Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe Driescher Hof auf den Punkt.

Sie und Vertreter der anderen Freien Träger der Offenen Ganztagsschule in Aachen (OGS) stellten jetzt einen dringenden Antrag auf eine dynamische Anpassung der finanziellen Unterstützung durch Bund und Land.

Neun der Offenen Ganztagsschulen sind in Trägerschaft der Stadt Aachen, 32 haben freie Träger. Verschiedene Träger der Jugendhilfe haben sich in der sogenannten AG78 zusammengeschlossen und sich aus aktuellem Anlass neu positioniert, was den Bedarf in der Nachmittagsbetreuung angeht.

„Der Bedarf ist explodiert. Die OGS ist in Aachen ein absolutes Erfolgsmodell, rund 60 Prozent der Grundschulkinder sind dabei. Das ist eine Hausmarke“, betont Stefanie Koszucki, Sprecherin der AG78 und Geschäftsführerin vom Verein Betreute Grundschulen der Arbeiterwohlfahrt. Eine dynamische Anpassung der Fördersätze für die geleistete kompetente und wertvolle Arbeit von mindestens 2,5 Prozent bis 3,5 Prozent jährlich sei dringend nötig, wie es in einem Antrag an den Schulausschuss vom 17. September heißt.

„Wir haben mittlerweile eine Schmerzgrenze erreicht, können die fehlenden Finanzmittel kaum noch kompensieren. Ohne Unterstützung müssen wir Angebote streichen, zum Beispiel zusätzliche Fördermaßnahmen wie Trommelkurse oder Tanzangebote“, macht Sandra Jansen von der Kinder- und Jugendhilfe Driescher Hof das Dilemma deutlich. Auch gute Fachkräfte zu finden und zu halten sei sonst schwierig.

„Die OGS leistet mehr als nur Betreuung, vielmehr haben die Bildungsangebote auch einen präventiven Charakter und das wäre mal eine Kosten-Nutzen-Rechnung wert“, betont Kerstin Lipsch, Fachbereichsleiterin für OGS beim Pädagogischen Zentrum Aachen. Hinzu kommt laut Koszucki der besondere pädagogische Förderbedarf von Kindern aus Flüchtlingsfamilien deren Anteil in der OGS zugenommen hat. Nicht zuletzt braucht auch der inklusive Bereich spezielle Förderung für die Kinder mit Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten.

Karin Montermann, Geschäftsleiterin beim Pädagogischen Zentrum Aachen, Susanne Kotulla von der Euro-Jugend und Kurt Willms von der In Via-Geschäftsleitung unterstützen den Antrag. „Nur eine Aufstockung der Finanzen kann eine dauerhafte Gewährleistung der individuellen Bildungsqualität, der Förderung der Schüler und der Verbesserung der Chancengleichheit für alle Kinder ermöglichen“, betont Koszucki, die nun mit ihren Mitstreitern auf einen positiven Beschluss hofft.

Mehr von Aachener Nachrichten