Aachen: Freibad Hangeweiher: Vor dem Saisonstart rollt die große Rutsche an

Aachen : Freibad Hangeweiher: Vor dem Saisonstart rollt die große Rutsche an

Angepeilt ist eine Punktlandung. Am Dienstag, 1. Mai, morgens um sieben Uhr, soll das Freibad Hangeweiher in die Saison starten. Ob das so klappen wird, hängt unter anderem von der großen Rutsche ab, die vorher noch angeliefert und montiert werden soll.

Und von ein paar anderen Arbeiten, die noch zu erledigen sind. Aber vorerst sind die Verantwortlichen guten Mutes, dass die Freibadsaison wie geplant eröffnet werden kann.

FOTO: HARALD KRÖMER DATE: 13.04.2018 Baustelle Hangeweiher. Foto: Harald Krömer

Das nächste große Bauprojekt im Hangeweiher ist auf der Zielgeraden. Im zweiten Bauabschnitt der Freibadsanierung sind seit September rund 2,7 Millionen Euro verbaut worden. „Das ist die vorgesehene Summe, und damit kommen wir hin“, stellte Klaus Schavan, Technischer Geschäftsführer des Gebäudemanagements, am Freitag beim Ortstermin am Beckenrand zufrieden fest. In einem ersten Bauabschnitt war bereits im Winter 2014/15 für 2,1 Millionen Euro die Technik auf Vordermann gebracht worden.

Im Nichtschwimmerbecken (oberes Bild) sind noch die letzten Arbeiten zu erledigen, die Sonnenliegen stehen aber schon parat. Auf den Fußwegen (unten links) wird noch gepflastert. Und die Duschen (unten rechts) müssen auch noch aufgestellt und angeschlossen werden. Foto: Harald Krömer

Ganz neu präsentieren sich jetzt Schwimmbecken samt Wasserführung und das Gelände rund ums Becken. Die alten Fliesen sind raus, die modernen Edelstahlbecken installiert. Frisches Wasser wird künftig vom Beckenboden aus eingeleitet. So lässt sich das Badewasser — 2400 Kubikmeter im Schwimmerbecken und 800 Kubikmeter im Nichtschwimmerbecken — schneller durchströmen und aufbereiten. Die alten Beckenköpfe sind verschwunden, die Wasseroberfläche schließt nun mit dem Gelände ab. „Alles wirkt übersichtlicher und eleganter“, sagt Projektleiter Martin Lambertz, Abteilungsleiter Technik des Gebäudemanagements.

Im Nichtschwimmerbecken (oberes Bild) sind noch die letzten Arbeiten zu erledigen, die Sonnenliegen stehen aber schon parat. Auf den Fußwegen (unten links) wird noch gepflastert. Und die Duschen (unten rechts) müssen auch noch aufgestellt und angeschlossen werden. Foto: Harald Krömer

Kein Wärmeverlust mehr

Ein Gewinn dürfte auch die neue Abdeckung sein. Sie wird abends auf Knopfdruck wie eine Jalousie ausgerollt und übers Wasser geschoben. So verliert das Wasser über Nacht weniger Wärme und wird auch nicht verschmutzt — nicht durch Enten und andere Vögel, die in der Vergangenheit gerne nachts im Schwimmbad landeten, und auch nicht durch menschliche Schwimmer, die im Sommer spätabends schon mal über den Zaun kamen. „Mit der Abdeckung können wir fast 50 000 Euro im Jahr sparen“, erwartet Lambertz.

Das Planschbecken für die ganz Kleinen lädt künftig mit einem kleinen Bachlauf zum Spielen ein. Und das Nichtschwimmerbecken bekommt Massagedüsen und drei Wasserkanonen — und die neue Breitrutsche. Die wird zwölf Meter lang und vier Meter breit, hat eine Starthöhe von gut drei Metern und bietet 24 Prozent Gefälle.

Allein die Rutsche kostet rund 95 000 Euro und ist deshalb erst bestellt worden, als feststand, dass das Budget so eine Ausgabe noch hergab. Turm und Wellenrutsche werden in zwei großen Teilen angeliefert und müssen aus Leipzig per Schwerlaster nach Aachen geschafft werden. Und nur wenn der Transport planmäßig rollt, kann die Rutsche in den letzten Tagen vor der Eröffnung aufgebaut werden. „Und selbst wenn wir die Eröffnung verschieben müssten, ginge es da nur um ein paar Tage“, betont Schavan.

Badleiter Thorsten Liebl freut sich, dass die Badesaison nun bald beginnt. Seine Stammgäste warten schon sehnsüchtig darauf, dass „ihr“ Hangeweiher endlich wieder aufmacht. „Die Leute stehen immer an Zaun und gucken, was hier los ist“, sagt Liebl.

Der dritte Abschnitt fehlt noch

Petra Prömpler, die Chefin des Fachbereichs Sport, nimmt unterdessen bereits vorsichtig den dritten Bauabschnitt in den Blick. „Planungskosten für Hochbauarbeiten sind im städtischen Haushalt eingestellt“, berichtet sie. Wenn Planung und Kostenschätzung vorliegen, muss die Politik entscheiden, ob in einem nächsten Schritt Umkleiden und Sanitärbereiche saniert werden. „Hygienisch ist zwar alles in Ordnung“, sagt Prömpler, „und uns fällt hier auch nichts auf den Kopf. Aber ewig wird das nicht mehr halten.“ Im ansonsten runderneuerten Schwimmbad ist der alte Gebäudetrakt auch nicht gerade ein attraktiver Eingangsbereich. Deshalb will sich auch Klaus Schavan bei der Politik für einen dritten Sanierungsschritt starkmachen. „Hier ist viel zu tun. An der Stelle können wir nicht stehenbleiben.“

Unverändert bleiben in der neuen Freibadsaison übrigens die Eintrittspreise. Erwachsene zahlen 3,50 Euro, Kinder 2,30 Euro für einen ganzen Badetag.

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