Aachen: Freibad Hangeweiher: Bauarbeiten laufen auf Hochtouren

Aachen : Freibad Hangeweiher: Bauarbeiten laufen auf Hochtouren

Die Moderniserungsarbeiten am Freibad Hangeweiher laufen seit Oktober auf Hochtouren. Der Zeitplan des ersten von zwei großen Bauabschnitten ist eng gestrickt. Bis zum Beginn der kommenden Badesaison Anfang Mai nächsten Jahres sollen der Technikraum mit neuen Filteranlagen ausgestattet und die unterirdisch gelagerten Schwallwasserbehälter und Pumpenanlage fertig gestellt sein.

„Wenn alles ideal vorangeht, werden wir das Bad am 1. Mai wie gewohnt öffnen können“, sagt Petra Prömpler, Leiterin des städtischen Fachbereichs Sport.

Martin Lambertz, Klaus Schavan (beide Gebäudemanagment) und Petra Prömpler (Sportamt, v.l.) erläuterten die Baumaßnahmen. Foto: Heike Lachmann

Und wenn nicht? „Wir haben noch einen Monat Kulanzzeit mit einkalkuliert. Kleine Wunder brauchen manchmal etwas länger“, sagt Klaus Schavan, technischer Direktor des städtischen Gebäudemanagements. Das würde konkret bedeuten, dass die Schwimmgäste sich in Geduld üben müssten und im schlechtesten Fall erst ab dem 1. Juni 2015 ihre Runden im Freibad Hangeweiher drehen könnten.

Technikraum: Die alten Filteranlagen sind bereits alle demontiert worden, und Betonwände werden saniert.

Ob es tatsächlich so weit kommt, hängt von der Witterung ab. „Wir hoffen auf einen milden Winter“, sagt Martin Lambertz vom Gebäudemanagement der Stadt. Sinken die Temperaturen unter fünf Grad, sei weder Kunststoffbau noch Betonieren möglich. „Mehr als einen Monat Frost habe ich aber in Aachen noch nicht erlebt“, ist Schavan optimistisch und spricht von einer „sehr sportlichen Aufgabe“. Normalerweise fange man eine Baustelle nicht im Winter an, „doch hier sind wir saisonabhängig, auf die Pausen beim Badebetrieb angewiesen“, so der Chef vom Gebäudemanagement.

Mitten im „Pratsch“

Sportamtsleiterin Prömpler ist jedenfalls froh, dass das Bad nun grundlegend saniert wird: „Das ist allemal besser als Flickschusterei.“

Derzeit wird die gesamte alte Wassertechnik aus dem Jahr 1961 demontiert, im Filterrraum wurden teilweise neue Zwischenwände eingezogen, Betonschneidearbeiten für Rohrleitungen durchgeführt und Betonwände saniert. Hier werden auch die neuen Filteranlagen installiert: „Die Sandfilter mit einer gut eineinhalb Meter dicken Sandschicht haben zwar ein einfaches Prinzip, sind aber hocheffizient“, erläutert Lambertz.

Und draußen stecken die Bauarbeiter derzeit mitten im „Pratsch“. Denn die Pumpenanlage und die so genannten Schwallwasserbehälter werden gegenüber dem Technikgebäude in einer unterirdischen Kammer untergebracht. In ihnen wird das aus den Becken verdrängte Wasser aufgefangen und gereinigt, damit es wieder verwendet werden kann.

Rund 2,1 Millionen Euro sind für diese erste Baumaßnahme veranschlagt. „Wir sind auf dem neuesten Stand der Technik“, sagt Schavan, „allerdings wird hier das Geld verbuddelt, davon sieht der Besucher später so gut wie nichts mehr“.

Der zweite Schritt der Sanierung soll dann in der Freibadpause 2016/2017 umgesetzt werden: Neue Edelstahlbecken sollen in die vorhandenen Bassins eingebaut und deren Rohrsysteme erneuert werden. Dafür sind noch einmal 2,7 Millionen Euro veranschlagt.

Die Sanierung soll am Ende aber nicht nur viel Geld kosten. Die Stadt will mit der neuen Technik rund 75.000 Euro Energiekosten pro Saison einsparen.

Die Alternative zu der kostspieligen Sanierung wäre nur die Schließung des Bades gewesen. Diesen Schritt haben Politik und Verwaltung aber zu keinem Zeitpunkt in Erwägung gezogen.

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