Aachen: Fred Quartens billiges Parkhaus wird abgerissen

Aachen: Fred Quartens billiges Parkhaus wird abgerissen

Für Fred Quarten neigt sich ein weiterer beruflicher Lebensabschnitt dem Ende zu. „David geht, Goliath kommt“, sagt der jung gebliebene 79-Jährige. Ende des Monats verabschiedet sich der Stadtplaner mit seinem Geschäftspartner Manfred Bührmann als Betreiber aus dem Parkhaus „Bf-Parken“ am Hauptbahnhof.

„Wir hatten uns im Jahr 2000 entschlossen, das Gelände mit der ehemaligen Halle für Bahnpost von der Bahn zu mieten“, erzählt der ehemalige Baudirektor, der 30 Jahre lang in Diensten der Stadt war und 1993 im Alter von 60 Jahren pensioniert wurde. „Im Wissen, dass das ein Provisorium war, sind wir damals ein hohes Risiko eingegangen, weil in unserem Mietvertrag eine dreimonatige Kündigungsfrist festgeschrieben war“, blickt Quarten zurück.

Abschied: Fred Quarten gibt sein Parkhaus am Hauptbahnhof auf. Foto: Wolfgang Wynands

Der Ehrgeiz des Duos, das über die Jahre hinweg von zwei rüstigen Pensionären unterstützt worden ist, bestand darin, „preisgünstiges Parken anzubieten“. Das gelang ihnen auch. „Bei uns kostet die Stunde 70 Cent, ein Tag maximal zehn Euro, damit sind wir das billigste Parkhaus in Aachen.“

Die Zeiten sind nun vorbei, denn Ende März müssen Quarten und Co. das Feld mit den 240 Stellflächen räumen. Der neue Investor und Vermieter, die Bluestone Gruppe, hatte von dem Kündigungsrecht Gebrauch gemacht, die Frist läuft in zwei Wochen ab.

Dann wird die Apag die Flächen und die Halle übernehmen. „Wir werden die Parkraumbewirtschaftung auf dem Areal übernehmen, kurzfristig wird jetzt der Einfahrtsbereich des Parkhauses technisch umgestellt“, bestätigt Apag-Sprecherin Anne Linden.

Ende des Jahres soll Quartens Parkhalle aber abgerissen werden, weil dort ein zwölfgeschossiges Bürohochhaus und drei sechsgeschossige Appartementhäuser mit Aktionsebenen im Erdgeschoss samt neuer Parktiefgarage entstehen sollen.

Neues Kapitel

„Unsere Dauermieter waren schon enttäuscht, dass wir gehen“, sagt Noch-Parkhaus-Geschäftsführer Quarten. Mit vier Mann Personal seien nicht viele Kosten angefallen, so dass unterm Strich immer noch etwas Gewinn übrig geblieben sei. „Sonst war es ein Hobby, und es hat Freude gemacht.“ Deshalb sei er auch traurig, weil dieses Kapitel jetzt zu Ende gehe.

Ein neues Kapitel hat der rüstige Fred Quarten aber schon aufgeschlagen. Denn er will jetzt ein Buch veröffentlichen, in dem er 30 Jahre Aachener Stadtentwicklung aus seiner Sicht Revue passieren lassen will. Damit kehrt er wieder zurück zu seinen beruflichen Wurzeln.

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