Aachen: Frauennetzwerk tritt mit Alleinerziehenden in Kontakt

Aachen : Frauennetzwerk tritt mit Alleinerziehenden in Kontakt

Die Öffnungszeiten der Kindergärten und Kindertagesstätten in Aachen und dem Rest der Städteregion haben sich in den vergangenen Jahren enorm verändert. Viele Einrichtungen öffnen früher und bleiben länger offen. Doch gerade für Alleinerziehende, die berufstätig sind, passen die Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen und die Arbeitszeiten nicht zusammen.

Der Fachausschuss für Alleinerziehende „Forum E“ im Frauennetzwerk der Städteregion möchte nun herausfinden, wie konkret der Bedarf von Alleinerziehenden aussieht, was die Kinderbetreuung angeht. Darum gibt es am kommenden Freitag, 31. August, in Kooperation mit unserer Lokalredaktion, eine Telefonaktion.

„Im Bereich der ergänzenden Betreuung, also der Zeit, in der die Kita bereits geschlossen ist und das Elternteil noch bei der Arbeit, gibt es häufig Probleme“, sagt Ulrike Overs von Netzanschluss, dem ökumenisch getragenen Stadtteilnetzwerk der Kirchen im Aachener Westen für Alleinerziehende.

Gemeinsam mit Birgitt Seifarth, der Geschäftsführerin des Aachener Ortsvereins im Verband allein erziehender Mütter und Väter (VAMV), und Kay Hohmann, der Geschäftsleiterin des Qualifizierungs- und Dienstleistungsprojekts Picco Bella, wird sie am Freitag in der Zeit von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr die Anrufe aller interessierten Leserinnen und Leser entgegennehmen. Die Probleme seien teilweise so groß, dass Alleinerziehende gar keinen Job annehmen können und Hartz 4 beziehen müssen.

„Unser Ziel ist, ein Stimmungsbild zu bekommen und im Anschluss auch auf die politischen Vertreter zuzugehen“, sagt Birgitt Seiffarth. Denn im Netzwerk sind sich alle einig, dass auch von politischer Seite aus etwas geschehen muss, um Alleinerziehende zu unterstützen.

Welche Unternehmen spielen mit?

Um bei der Aufstellung eines neuen Konzepts systematisch vorgehen zu können, sind die Rückmeldungen der Eltern unerlässlich, erklärt auch Kay Hohmann: „Wir haben festgestellt, dass die Bedürfnisse einzelner Familien sehr, sehr individuell sind und die Betreuungszeiten nicht für alle pauschal abgedeckt werden können“, sagt sie.

Doch nicht nur die Anliegen der Familien wollen die Expertinnen am Freitag abfragen. „Wir wollen auch wissen, wo in Aachen es Unternehmen gibt, die sich auf den Alltag von Alleinerziehenden einstellen“, sagt Hohmann. Es gebe einige Firmen, die bereit seien, bei der Arbeitszeitgestaltung flexibel vorzugehen. Doch das sei nicht immer bekannt.

Ein weiterer Punkt, in dem die drei Frauen am Freitagnachmittag für Fragen und Anregungen zur Verfügung stehen werden, ist der Wiedereinstieg in den Beruf nach der Babypause. „Es wird uns nicht gelingen, am Freitag konkrete Kinderbetreuungsangebote weiterzugeben. Doch sicherlich können wir interessierten Alleinerziehenden Informationen weitergeben“, sagt Ulrike Overs.

Die Telefonaktion findet am Freitag, 31. August, von 14.30 bis 16.30 Uhr statt. Die Telefonnummern der Ansprechpartnerinnen werden am Freitag im Lokalteil unserer Zeitung veröffentlicht.